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Banken : Hypobankenfusion ist Zweck-Ehe statt Liebesheirat

  • Aktualisiert am

Die Partner hatten kaum eine andere Wahl Bild: dpa

Es ist vollbracht: Die Hypothekentöchter der Großbanken werden fusionieren. Der zunehmende Wettbewerb machte die Zweck-Ehe nötig.

          2 Min.

          Die Vorstände der drei Frankfurter Großbanken sind stolz und sprechen von einem Erfolg: Die Fusion der Hypothekentöchter von Deutscher-, Dresdner- und Commerzbank zur neuen Eurohypo beweise die Fähigkeit der Branche, verkrustete Strukturen aufzubrechen und die Konsolidierung voranzutreiben. Doch das Schulterklopfen nach der gelungenen Premiere am Dienstag täuschte nicht darüber hinweg, dass die Fusion keine Liebesheirat, sondern eine Zweck-Ehe ist.

          Bei den Spezialinstituten habe der Zwang zur Größe die Gespräche getrieben. Auch der Druck auf die Großbanken, sich bei sinkenden Erträge und hohen Kosten auf Kernbereiche zu konzentrieren, habe eine Rolle gespielt. Mittelfristig wollen die Mütter ihren Anteil an der Eurohypo reduzieren, um Eigenkapital freizusetzen. Analysten sehen Probleme bei der Umsetzung der Dreier-Fusion.

          Wettbewerbsdruck als Antrieb

          Dresdner-Bank-Vorstand Joachim von Harbou betonte den sachorientierten Charakter der Verhandlungen. Im gleichen Atemzug räumte er aber ein: „Handlungsdruck hat die Gespräche bestimmt.“ Das sich verändernde Wettbewerbsumfeld im Hypothekenbanksektor sei ein wichtiger Faktor gewesen. Eine Hypothekenbank müsse die nötige Größe haben, um am Markt bestehen zu können.

          Der designierte Vorstandschef der neuen Hypothekenbank, Karsten von Köller, wies in seinen Ausführungen zur Strategie ebenfalls auf die Notwendigkeiten hin, die die Fusion getrieben hätten: „Der an Härte zunehmende Wettbewerb, die Globalisierung der Finanzmärkte, der massive Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie und nicht zuletzt immer höhere Anforderungen an Eigenkapitalunterlegung und Rentabilität haben den Trend zur Konsolidierung allgemein spürbar zunehmen lassen", sagte der derzeitige Chef der Commerzbank-Tochter Rheinhyp. Auch machten es der scharfe Wettbewerb und niedrige Margen zunehmend schwer, im Inland die notwendige Rentabilität zu erzielen. Gesetzliche Restriktionen durch das strenge Hypothekenbankgesetz hätten ebenfalls eine Rolle gespielt.

          Konzentration auf das Kerngeschäft

          Jürgen Fitschen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, verwies auf die Erwartungen, die sein Haus im Hinblick auf die eigenen Rentabilität an den Zusammenschluss der Hypothekenbanken hat: „Mit der Fusion setzt die Deutsche Bank ihre Trennung von Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, fort.“ Die Deutsche Bank, die wie die Commerzbank 35 Prozent an der Eurohypo halten wird, plane eine Reduzierung unter 20 Prozent. „Mittelfristig wird die komplette Dekonsolidierung angestrebt", sagte Fitschen.

          Den Plänen der Großbanken zufolge sollen für die Anteilsreduzierung mittelfristig Aktien aus ihrem Besitz an die Börse gebracht werden. Die Ausgabe von neuen Dividendenpapieren sei nicht geplant. Zunächst müsse die neue Spezialbank aber auf eine solide Basis gebracht werden. Solange die drei Großbanken noch die Hauptanteilseigner der neuen Bank sind, müssen sie sich mit den erwarteten Synergieeffekten trösten. Diese schätzt von Köller ab 2004 auf netto 140 Millionen Euro jährlich.

          Zwingende Logik

          Dass die Fusion der Hypothekentöchter ein notwendiger Schritt gewesen sei, um die verkrusteten Strukturen im deutschen Bankensektor aufzubrechen, darin waren sich die drei Vorstände einig. Im Hinblick auf mögliche weitere Zusammenschlüsse, etwa im Back-Office-Bereich, waren sie aber wenig auskunftsfreudig.

          Analysten bewerteten die lang erwartete Fusion positiv. „Es ist vollbracht", schreibt WestLB-Analyst Martin Peter in einem Marktkommentar. Sein Kollege Adrian Pilz von Merrill Lynch teilte mit, auf den ersten Blick sei die Logik des Zusammenschlusses zwingend. Allerdings sieht er hohe Hürden bei der Umsetzung. Die Fusion sei unternehmenspolitisch sehr sensibel. Fragen könnten dabei unter anderem die Wahl des Managements aufwerfen oder die Entscheidung, an welchen Standorten und bei welchen Einheiten es zu Stellenstreichungen kommen werde.

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