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Banken : Hypo-Vereinsbank verfehlt die Erwartungen

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Bild: FAZ.NET

Die Münchener Großbank hat im ersten Quartal ihre Erträge zwar gesteigert, die Erwartungen der Finanzmärkte dabei aber verfehlt. Die Hypo-Vereinsbank hält jedoch an ihren Jahreszielen fest.

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          Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat im ersten Quartal ihre Erträge gesteigert, die Erwartungen der Finanzmärkte dabei aber deutlich verfehlt.

          Die zweitgrößte deutsche Bank teilte am Donnerstag in München mit, der Vorsteuergewinn habe in den ersten drei Monaten 199 Millionen Euro betragen nach einem um Beiträge aus verkauften Beteiligungen bereinigten Vorsteuerergebnis von 54 Millionen Euro im Vorjahr. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 369 Millionen Euro erwartet.

          „Für 2004 angekündigte Ziele erreichen“

          An dem Ziel, das Betriebsergebnis im gesamten Geschäftsjahr 2004 auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro zu steigern, hielt die HVB fest. „Wir sind zuversichtlich, daß wir auf der Ertragsseite im weiteren Jahresverlauf noch kräftig zulegen und unsere für 2004 angekündigten Ziele erreichen werden", erklärte Bank-Chef Dieter Rampl.

          Das Betriebsergebnis legte im Auftaktquartal bis Ende März auf 290 (Vorjahr 130) Millionen Euro zu und fiel damit auch etwas geringer aus als von der HVB selbst geplant. Während sich das Provisions- und das Handelsergebnis wie von der Bank erwartet entwickelten, ging der Zinsüberschuß als der wesentliche Ertragsposten um 3,7 Prozent auf 1,285 Milliarden Euro zurück. Die Kreditrisikovorsorge wurde planmäßig auf 485 Millionen Euro nach 575 Millionen Euro im Vorjahr gesenkt.

          „Die Zahlen sind schwach“ - HVB schafft nicht, was andere schaffen

          Die Bank erklärte, im ersten Quartal seien Maßnahmen zur Steigerung der Erträge in allen Geschäftsfeldern eingeleitet worden, die sich in den kommenden Quartalen in den Ergebnissen niederschlagen würden. Zudem steht der Bank der volle Betrag aus der Kapitalerhöhung, bei der die HVB rund drei Milliarden Euro einnahm, ebenfalls erst für das zweite Quartal zur Verfügung, so daß aus der Anlage der Mittel Erträge erwirtschaftet werden können. Im weiteren Verlauf würden zudem Veräußerungsgewinne von 100 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Energiekonzern Eon und von rund 40 Millionen Euro für die verkaufte Beteiligung an Brau und Brunnen verbucht.

          Bankenanalyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte zu den Ergebnissen der HVB: „Die Zahlen sind schwach. Während andere Banken Rekordzahlen einfahren im Auftaktquartal, schaffen es die Münchener nicht.“ Vor allem der Zinsüberschuß sei niedriger als erwartet ausgefallen. Aus Sicht von WestLB-Analyst Georg Kanders ist es besonders bedauerlich, daß die HVB bei den wichtigsten Ertragsquellen - dem Zins- und Provisionsergebnis - so schwach abgeschnitten hat.

          Die Commerzbank - die deutsche Nummer Drei - hatte ihre Quartalszahlen am Montag veröffentlicht und mit einem Nettogewinn von 254 Millionen Euro fast fünf mal so viel wie die HVB verdient. Allerdings wird bei der HVB darauf verwiesen, daß das Auftaktquartal bei der Münchener Bank häufig nicht so stark läuft wie bei anderen deutschen Großbanken.

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