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Banken : G-10 beschließen neue Eigenkapitalregeln für Banken

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Die Notenbanken der zehn führenden Industrieländer haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf neue Eigenkapitalregeln für Banken (Basel II) geeinigt. Damit soll das globale Finanzsystem besser gegen Schocks gewappnet sein.

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          Die Notenbanken und Aufsichtsbehörden der zehn führenden Industrieländer (G-10) haben nach jahrelangen Verhandlungen in Basel die neuen Eigenkapitalregeln für Banken verabschiedet.

          Das nach einem in Basel tagenden Ausschuß „Basel II“ genannte Regelwerk muss nun in nationales Recht umgesetzt werden und kann Ende 2006 weitgehend in Kraft treten. Das gab der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, in Basel bekannt. „Es wird das Finanzsystem stabilisieren“, fügte er hinzu.

          Bonität der Kunden rückt in den Vordergrund

          Die Eigenkapitalunterlegung von Bankkrediten wird sich demnach künftig stärker nach der Bonität der Kunden ausrichten. Derzeit sind alle Kreditinstitute verpflichtet, pauschal acht Prozent der risikogewichteten Aktiva zur Absicherung als Eigenkapital zu halten.

          Die Bundesbank, die neben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Deutschland bei den Verhandlungen vertreten hatte, begrüßte die Verabschiedung von Basel II. Der Diskussionsprozeß habe nicht nur ein modernes Regelwerk hervorgebracht, sondern auch eine neue Form der Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörden und Kreditwirtschaft geprägt, hieß es.

          Bundesbank sieht Bankenaufsicht im Zeitplan

          Die Bundesbank erklärte, die Bankenaufsicht liege in Deutschland mit ihren Vorbereitungen zur nationalen Umsetzung voll im Zeitplan. Zur Umsetzung auf EU-Ebene werde die EU-Kommission noch in diesem Sommer eine entsprechende Richtlinie annehmen, so daß die Beratungen in Rat und Parlament im Herbst beginnen könnten. Mit Umsetzungsfragen werde sich auch die nächste Expertenkonferenz der Bundesbank zu Basel II beschäftigen, die am 2. September in Frankfurt stattfinden soll.

          Je nach dem eingesetzten Verfahren zur Risikobewertung von Krediten können die Banken mit dem Einsatz von Basel II zu zwei Terminen beginnen: Der Standardansatz kann ab Ende 2006 angewandt werden. Die für Großbanken geeignete fortgeschrittene Methode soll ein Jahr später, also ab Ende 2007, möglich sein.

          Der bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ansässige Baseler Ausschuß für Bankenaufsicht hatte sich Mitte Mai auf die neuen Richtlinien zur Absicherung von Kreditrisiken geeinigt und diese danach an die G-10 zur Prüfung weitergeleitet.

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