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Banken : Deutsche Bank vor radikalem Umbau

  • Aktualisiert am

Frühjahrsputz bei der Deutschen Bank Bild: dpa

Schlanker und zeitgemäßer soll die Führungsetage der Deutschen Bank organisiert werden. Dem designierten Vorstandssprecher winkt mehr Macht.

          2 Min.

          Der Deutschen Bank steht eine umfassende Restrukturierung bevor. Zwar soll entgegen anders lautenden Medienberichten innerhalb des Instituts kein „offener Kampf“ herrschen, wie Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Bank beteuern. Die Neugestaltung der Führungsstruktur hat die Bank jedoch inzwischen bestätigt.

          Wie die Bank künftig strukturiert sein will, wird noch spekuliert. An ein Modell nach dem Vorbild des amerikanischen Chief Executive Officer (CEO), der das Unternehmen hauptverantwortlich führt, sei jedoch nicht gedacht, schreibt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann werde seine Position deutlich stärken und mehr Macht haben als seine Vorgänger, berichtet das “Handelsblatt“. Die übrigen Vorstände würden dagegen an Einfluss verlieren. Zudem sei geplant, den achtköpfigen Vorstand um drei Personen zu verkleinern.

          Neues Exekutiv-Komitee geplant

          Die “Global Heads“ der einzelnen Geschäftsbereiche sollen künftig enger mit dem Konzernvorstand zusammen arbeiten, heißt es in der “Börsen-Zeitung“. Als Ebene dafür käme ein Exekutiv-Komitee in Frage. Um das Aktienrecht nicht zu verletzen, werde es auch künftig einen Vorstand geben, der Veto gegen Entscheidungen des Komitees einlegen kann. Laut Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" soll Ackermann sowohl dem Exekutiv-Komitee als auch dem Vorstand vorsitzen. Die Pläne sollen dem Aufsichtsrat am 30. Januar vorgelegt und einen Tag später der Presse vorgestellt werden.

          Die Tageszeitung “Die Welt“ will aus informierten Kreisen bereits Einzelheiten erfahren haben. So werde Michael Philipp, der für die Vermögensverwaltung zuständig ist, voraussichtlich die Bank verlassen. Jürgen Fitschen, der wie der Amerikaner Philipp aus dem Investmentbanking kommt, soll den Plänen zufolge in das Exekutiv-Komitee des Vorstands wechseln. Auch die Mitglieder, die im Vorstand verbleiben, sollen zumindest zum Teil veränderte Aufgabengebiete haben, heißt es weiter. Alle fünf Vorstandsmitglieder sollen im Komitee sitzen, dem der künftige Vorstandssprecher vorsitzen werde.

          Gesamtverantwortung nicht zeitgemäß

          Der Vorstoß der Deutschen Bank könnte Beispiel gebend für andere Kreditinstitute sein, meint die “Financial Times Deutschland“. In der Konzernzentrale werde betont, dass die neue Führungsstruktur mit dem deutschen Aktienrecht konform sein wird. Die im Aktiengesetz festgeschriebene Gesamtverantwortung des Vorstands widerspreche allerdings dem heutigen Geschäftsalltag. “Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass über jede Kreditvorlage im Gesamtvorstand so lange diskutiert wird, bis Einvernehmen hergestellt ist“, zitiert das Blatt einen Banker.

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