https://www.faz.net/-gqe-42zb

Banken : Commerzbank forciert den Sparkurs

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Commerzbank will bis Ende 2004 weitere 3100 Arbeitsplätze abbauen, auch durch betriebsbedingte Kündigungen.

          2 Min.

          Die Commerzbank forciert den Kosten- und Stellenabbau. Nach einem neuen Plan will der Vorstand bis Ende 2004 weitere 3100 Arbeitsplätze abbauen, auch durch betriebsbedingte Kündigungen. Das neue Sparprogramm soll bis dahin zusammengenommen 688 Millionen Euro einsparen. Die Gesamtkosten sollen dadurch 2004 auf 4,5 Milliarden Euro sinken, fast 25 Prozent weniger als auf dem Höchststand im Jahre 2001. Parallel dazu hat der Vorstand ein Programm angekündigt, in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau zusätzliche zinsverbilligte Kredite für Mittelständler und Bauherren bereitzustellen. Der Aufsichtsrat hat zwei neue Mitglieder in den Vorstand berufen.

          Das neue Sparprogramm hat in Fachkreisen nicht überrascht, liegt aber am oberen Rand der Erwartungen. Die Commerzbank-Aktie büßte am Montag in einem allgemein schwachen Markt mehr als 5 Prozent ein. Wie Konzernchef Klaus-Peter Müller mitteilte, war die Geschäftsentwicklung im Januar und Februar 2003 insgesamt positiv. Ziel bleibe, im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

          Mit der neuen Kostenoffensive reagiere Deutschlands viertgrößte private Geschäftsbank auf die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen des Bankgeschäfts in Deutschland, merkte Müller an. Insgesamt wird die Commerzbank damit bis Ende 2004 rund 7500 von einst 39 500 Arbeitsplätzen abgebaut haben. Auch die anderen Großbanken mußten schon massiv Stellen streichen. Für 2002 hat die Commerzbank einen Jahresfehlbetrag von 298 Millionen Euro ausgewiesen. Nach Entnahmen aus der Gewinnrücklage ergibt sich ein Konzerngewinn von 54 Millionen Euro. Der Vorstand wird der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,10 Euro je Aktie vorschlagen, wozu 54,2 Millionen Euro benötigt werden. Die Genußscheine sollen voll bedient werden.

          Abwärts

          Dem Sparprogramm zufolge werden in der Konzernzentrale in Frankfurt 1500 Arbeitsplätze verloren gehen, in ausländischen Filialen und Tochtergesellschaften 1100. Weitere 500 Stellen werden im Investmentbanking abgebaut, womit bereits begonnen wurde. Das Einsparvolumen verteilt sich zu 381 Millionen Euro auf Personalkosten und zu 307 Millionen auf Sachkosten. Allein bei den Kosten für Informationstechnologie (IT) sollen 118 Millionen Euro eingespart werden. Wie dies geschehen soll, läßt die Presseerklärung offen. Doch ist bekannt, daß die Commerzbank mit dem IT-Dienstleister IBM über eine Auslagerung („Outsourcing") des Bedarfs an Rechnerkapazität verhandelt. Die Deutsche Bank hat dies bereits getan. Allein im laufenden Jahr sollen sich die Einsparungen auf 460 Millionen Euro summieren.

          Wie Müller hervorhob, hat sich die Kernkapitalquote des Konzerns durch Maßnahmen des Risikomanagements auf 7,3 Prozent verbessert. Das ist ein respektabler Wert für diese Kennziffer. Dadurch habe man nun Spielraum im Kreditgeschäft. Diesen wolle man nutzen und den erfolgreichen Mittelstand sowie Bauherren durch Vergabe weiterer Kredite unterstützen.

          Weitere Themen

          McDermott geht nach Kalifornien

          Früherer SAP-Chef : McDermott geht nach Kalifornien

          Bill McDermott hatte überraschend seinen Posten bei SAP abgegeben, nun hat der Amerikaner einen neuen Führungsposten bei ServiceNow in Kalifornien. Sein Vorgänger geht zu Nike.

          Topmeldungen

          Das britische Unterhaus am Dienstag Abend

          Johnson-Zeitplan abgelehnt : Brexit zum 31.Oktober nahezu ausgeschlossen

          Das britische Parlament hat den Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz gebilligt. Unmittelbar nach diesem Zwischenerfolg lehnte das Unterhaus jedoch den Zeitplan von Boris Johnson ab. EU-Ratspräsident Tust will eine Verlängerung der Brexit-Frist empfehlen.
          Mal wieder Münchner Mitarbeiter des Abends: Robert Lewandowski

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.
          Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

          Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

          Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

          AKK-Vorstoß : Gezielte Überrumpelung

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionspartner mit ihrem Syrien-Vorstoß schwer düpiert. Jetzt muss sie ihre Idee so seriös weiterentwickeln, dass sie dem Vorwurf entgeht, es sei ihr nur um die eigene Profilierung gegangen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.