https://www.faz.net/-gqe-3176

Banken : Commerzbank erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen

  • Aktualisiert am

Die Commerzbank spart sich gesund Bild: AP

Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller setzt radikal den Rotstift an. Die Commerzbank spart in allen Bereichen.

          Die Commerzbank nimmt erstmals in ihrer Geschichte betriebsbedingte Kündigungen vor. Das Kreditinstitut hatte am Vortag mitgeteilt, bis 2003 rund 3.400 ihrer etwa 40.000 Stellen abbauen zu wollen. Der größte Anteil des Personalabbaus betreffe Mitarbeiter in Deutschland, sagte Vorstandssprechers Klaus-Peter Müller am Dienstag. Allein im Filialgeschäft sollten rund 1.100 Arbeitsplätze eingespart werden.

          Zusätzlich zu der bereits geplanten Schließung von 150 Filialen bis 2002 werde die Commerzbank weitere 54 Standorte schließen. Im Zuge der geplanten Kosteneinsparungen kündigte Müller außerdem an, dass allen Aktivitäten außerhalb Europas, die die Vorgaben von zwölf bis 15 Prozent Eigenkapitalrendite nach Steuern verfehlten, die Schließung oder der Verkauf drohe. Müller sagte außerdem, bevor Aufwandsquote und Rentabilität der Commerzbank nicht wieder auf guten Niveau seien, werde die Commerzbank von sich aus keine weiteren Fusionsgespräche mit anderen deutschen oder europäischen Banken beginnen.

          Sparen, sparen, sparen

          Zum Asset Management lägen noch keine Zahlen vor, sagte Müller weiter. Der Personalbestand in diesem Bereich solle um 400 bis 500 Mitarbeiter verringert werden, unter anderem durch die Straffung der Produktpalette sowie einen Stellenabbau in der Verwaltung und Produktion. Ziel der Kostenoffensive sei es, den Verwaltungsaufwand für das Jahr 2002 auf das Niveau des Jahres 2000 von 5,5 Milliarden Euro zurückzuführen, bekräftigte der Vorstandssprecher. Eine weitere Entlastung um 110 Millionen Euro solle im kommenden Jahr die Verringerung des IT-Projektvolumens um 20 Prozent bringen, fügte er hinzu.

          Durch die Kürzung des Kommunikationsbudgets sollen weitere 100 Millionen Euro gespart werden. Eine Einsparung von 150 Millionen Euro soll durch die drastische Senkung der Beratungskosten und sonstiger Sachaufwendungen erreicht werden.

          Analysten stufen Aktie herab

          Guido Hoymann, Analyst beim Bankhaus Metzler, hat das Kursziel für die Commerzbank auf 14 Euro von zuvor 20 EUR gesenkt. Daneben reduzierte er die Gewinnschätzungen für 2001, 2002 und 2003 sowie die Prognosen für die Dividende im laufenden Jahr. Die Einstufung “verkaufen“ werde bestätigt. Grund für diese Veränderungen seien die Verluste des Finanzinstitutes im Juli und August 2001.

          Weitere Themen

          Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg Video-Seite öffnen

          Saudi-Arabien : Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg

          Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet. Die Angriffe verschärfen die angespannte Lage in der Golfregion und führten zum Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

          Topmeldungen

          2007 sitzt Kanzlerin Angela Merkel von dem Eqi Gletscher in Dänemark – heute ist der Klimawandel eine ihrer größten Herausforderungen. (Archivbild)

          Klimapolitik der CDU : Die größte Baustelle der Merkel-Ära

          Die CDU will endlich den gordischen Klima-Knoten durchschlagen. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn der Preis auf Kohlendioxid nicht so endet wie die Energiewende.

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.
          Samstagabend in Lampedusa: 82 Gerettete wurden an Land gebracht

          Italien und die Seenotrettung : Vorübergehend berechenbar

          Die neue Regierung in Italien dreht im Streit über private Seenotretter bei. Doch das Grundproblem des Dubliner Übereinkommens bleibt bestehen. Regierungschef Conte verlangt Reformen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.