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Banken : Commerzbank bestätigt Übernahme der SchmidtBank

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Commerzbank will sich stärken Bild: dpa

Die Übernahme der angeschlagenen SchmidtBank durch die Commerzbank ist nun offiziell besiegelt. Rund 60 Millionen Euro zahlt die Commerzbank angeblich für das Filialgeschäft.

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          Mit fast 100 Filialen der SchmidtBank stärkt die Commerzbank ihre regionale Präsenz in Nordostbayern, Sachsen und Thüringen. Als Kaufpreis sei ein „mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ vereinbart worden, teilte die drittgrößte deutsche Bank am Mittwoch mit. In Finanzkreisen wurde die Summe auf etwa 60 Millionen Euro beziffert.

          Die SchmidtBank wird in ihrer Zentrale rund 500 der verbleibenden 550 Stellen streichen. Der Finanzchef der Commerzbank, Eric Strutz, sagte, weitere Übernahmen von Regionalbanken seien nicht ausgeschlossen. SchmidtBank-Chef Paul Wieandt und Strutz unterzeichneten am Mittwoch in Hof den Kaufvertrag. Die Commerzbank übernimmt von dem Hofer Geldinstitut 70 Geschäftsstellen sowie 29 Selbstbedienungs- Center und steigert damit die Zahl ihrer Privatkunden um 360 000 auf 4,3 Millionen. Hinzu kommen 4000 Firmenkunden. Die 550 Mitarbeiter der SchmidtBank-Filialen würden übernommen, versicherte Strutz. Die Transaktion solle Anfang April abgeschlossen werden.

          Wieandt machte klar, daß es zu dem Teilverkauf keine Alternative gegeben habe. Das gesamte Institut sei nicht zu verkaufen gewesen. In der Zentrale sollen nur wenige Stellen übrig bleiben. Daneben werden 170 bis 180 Beschäftigte in der so genannten „Bad Bank“ (schlechte Bank) verbleibende Kredite mit einem Volumen von 2,1 Milliarden Euro abwickeln. Beim Stellenabbau sei sich der Vorstand seiner sozialen Verantwortung bewußt, versicherte Wieandt.

          Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller sagte in Frankfurt, die Commerzbank wolle im Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden profitabel wachsen. „Der Kauf des Filialgeschäfts der SchmidtBank ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und stärkt unsere regionale Marktpräsenz“, sagte Müller. Die neuen Geschäftsaktivitäten sollten bereits 2005 profitabel sein.

          Für Modernisierung, Qualifizierung und Umbau der Bank sei ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt, sagte Strutz. Die mehr als 170 Jahre alte SchmidtBank war im Herbst 2001 von einer aus Großbanken bestehenden Auffanggesellschaft gerettet worden. 2003 liefen Verluste von 106,8 Millionen Euro auf. Commerzbank und SchmidtBank vereinbarten eine Risikoabschirmung für unvorhergesehene Kreditrisiken in Höhe des Kaufpreises.

          Dies erlaubt in bestimmten Fällen die Rückgabe von Engagements an die Abwicklungsbank und soll verhindern, daß das neu anlaufende Geschäft mit außerplanmäßigen Altrisiken belastet wird.

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