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Spaniens Wirtschaft : Erste Bank verlässt Katalonien

Verlässt Barcelona: die „Banc Sabadell“ Bild: AFP

Die Region im Nordosten Spaniens zählt zu den reichsten des Landes. Schon jetzt legen Investoren ihre Anlagen auf Eis, eine Bank verlässt die Region. Was würde Abspaltung für die Wirtschaft bedeuten?

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          Die spanische Bank Sabadell zieht Konsequenzen aus der Katalonien-Krise. Das Geldhaus verlagert seinen juristischen Sitz in die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca, wie das Institut am Donnerstagabend mitteilte. Das Direktorium des fünftgrößten spanischen Geldhauses hatte zuvor auf einer Sondersitzung über einen Abzug aus der katalanischen Stadt Sabadell beraten. Die Chefetage der heimischen Konkurrentin Caixabank will nach Informationen eines Insiders am Freitag zusammenkommen, um eine Entscheidung über einen möglichen Umzug zu treffen.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die spanische Zentralregierung will nach Informationen von Insidern ein Dekret auf den Weg bringen, das Unternehmen einen Abzug aus Katalonien erleichtern soll. Der Erlass sei auf die Caixabank zugeschnitten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit könnte das Geldhaus seinen juristischen Sitz verlagern, ohne eine Aktionärsversammlung einberufen zu müssen. Das Vorhaben wäre ein harter Schlag für die Finanzbranche in Katalonien, das nach Unabhängigkeit strebt. Die Regierung in Madrid und die Caixabank lehnten einen Kommentar ab.

          Die Nerven liegen blank, in Madrid und Barcelona. Katalonien mit seinen 7,5 Millionen Einwohnern zählt zu den reichsten, exportstärksten Regionen Spaniens und könnte nach einer Abspaltung wohl mittelfristig gut auf eigenen Beinen stehen. Kurzfristig wären aber Verwerfungen zu erwarten. Nach der tiefen Wirtschaftskrise der Jahre 2008 bis 2013 hat Spanien, das viertgrößte Euroland, seit 2014 die Rezession überwunden. Es befindet sich eigentlich auf dem Weg der Besserung. Ein politischer Großkonflikt wäre jedoch Gift für die Konjunktur und dürfte Investoren verschrecken, sowohl inländische als auch ausländische.

          „Einige Investitionen in Katalonien werden jetzt erstmal auf Eis gelegt“, sagt Klaus Schrader vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Kiel. Der spanische Großverlag Grupo Planeta hat angekündigt, Barcelona im Fall einer Unabhängigkeit zu verlassen. So schnell werde jedoch kein Großunternehmen umsiedeln, glaubt Schrader. „Solche Standortentscheidungen trifft man langfristig, bislang überzeugt Katalonien durch gut ausgebildete Fachkräfte und die gute Infrastruktur. Nur wenn sich Katalonien zu einem dauerhaften Krisenherd entwickelt, könnten Unternehmen abziehen.“ Der deutsche Industrieverband BDI warnte vor den Folgen eines Bruchs in Spanien, der „für beide Seiten tiefe Einschnitte“ brächte. Auch für deutsche Unternehmen steht einiges auf dem Spiel. „Katalonien ist eine hochindustrialisierte Region, in der mehr als die Hälfte der rund 1600 Firmen mit deutscher Beteiligung in Spanien angesiedelt ist“, erinnert der BDI.

          Viel Geld für den spanischen Finanzausgleich

          Mitte dieser Woche hatte die Verunsicherung an der Madrider Börse zu einem Kursrutsch geführt. Der Leitindex Ibex verlor am Mittwoch um 3 Prozent, besonders Banken mit großen Kreditportfolios in Katalonien kamen unter Druck. Die Sparkasse Caixa musste versichern, dass alle Einlagen sicher seien. Am Donnerstag erholte sich der Ibex um 1,4 Prozent.

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