https://www.faz.net/-gqe-7w4dv

Der Balance-Akt : Baby, wirf den Booster an!

Kinder und Karriere, das passt nie. Doch statt die Familiengründung aufzuschieben, raten Forscher zum frühen Kind - das macht schlau!

          Kinder sagen nicht immer nette Dinge. Die meisten Eltern werden mir da zustimmen: Mit der Höflichkeit hat es der Nachwuchs nicht so, zumindest nicht gegenüber Mama und Papa. Dieses Verhalten kann man frisch, offen, ehrlich nennen - oder unverschämt. Bestimmt hat es unsere Vierzehnjährige auch nicht böse gemeint, als sie mir vor einiger Zeit darlegte, wie froh sie sei, dass sie die Älteste zu Hause ist. Warum denn das?, fragte ich. „Weil ich dich noch jung erlebt habe“, erwiderte die Tochter. Der Hannes, ihr kleiner Bruder, „der kennt dich nur alt. Das ist doch traurig.“

          Bettina Weiguny

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Moment mal. Ich und alt? Von wegen! Ganze sechs Jahre liegen zwischen größtem und kleinstem Kind, und beim Laufen hänge ich Jule immer noch ab. (Ich hoffe nur, sie ist zu ihren französischen Gasteltern in Paris etwas geschmeidiger im Ton.)

          Nun steht zu befürchten, dass sich künftig noch mehr Kinder mit noch viel älteren Müttern herumschlagen müssen. Social Freezing macht es möglich! Da frohlockt die Genderia: Endlich sind Frauen frei, können die doofe biologische Uhr überlisten. Sie frieren Eizellen ein und bekommen mit 45, 50 oder 55 Kinder. Wenn es halt passt - mit dem Partner, der Karriere, dem Geld. Nichts leichter als das.

          Nun kann ich es nicht wissenschaftlich beweisen, die Erfahrung aber lehrt: Es passt eigentlich nie. Wenn Frauen jetzt in Talkshows erklären, dass sie sich mit 35 Jahren „irgendwie noch zu jung“ für Kinder fühlen und „noch nicht reif“ für eine Familie, dann findet Jule das albern: „Wie alt wollen die noch werden? 35 ist doch steinalt.“

          Wie unsere schlaue Tochter raten auch Neurowissenschaftler zum frühen Kind, gerade wegen der Karriere. Denn jede Schwangerschaft sei Doping fürs Gehirn, behaupten Forscher an der Universität Richmond. Sie treibt die grauen Zellen zu Höchstleistungen. Und das Beste: Der „Booster-Effekt“, wie die Forscher es nennen, hält ein Leben lang an. Also: Nix einfrieren! Den Booster früh anwerfen und dann durchstarten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Champions League im Liveticker : Lokomotive zieht nicht, Perisic spielt

          Bayern München startet gegen Roter Stern Belgrad in die Champions League. Bayer Leverkusen beginnt ebenfalls mit einem Heimspiel. Moskau lockt allerdings nicht genug Zuschauer ins Stadion. Lokomotive zieht selbst mit Weltmeister Höwedes allerdings nur wenige Zuschauer. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Geringer Inflationsdruck : Amerikanische Notenbank senkt Leitzins abermals

          Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten hat die amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Notenbanker fassten den Beschluss jedoch nicht einstimmig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.