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Bahnvorstand Huber zur SchienenSanierung : „Der Umstellungsschmerz ist unglaublich groß“

Fünf Monate Schmerz, acht bis zehn Jahre baufrei: Die deutschen Bahnstrecken werden bis 2024 einer Generalsanierung unterzogen. Bild: dpa

Warum geht die Generalsanierung des Schienennetzes erst 2024 los? Wie läuft sie ab? Und was verlangt die Bahn ihren Kunden mit den Baustellen ab? Bahn-Vorstand Berthold Huber kennt die Antworten.

          6 Min.

          Herr Huber, die Deutsche Bahn hat eine Generalsanierung ihres Schienennetzes angekündigt. Los geht es im Juli 2024. Warum so spät?

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Weil so eine Generalsanierung extrem intensiv vorbereitet werden muss.

          Sie beginnen mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.

          Genau. Die eine Umleitung geht über Darmstadt, die andere über Worms, und die Strecken müssen so instandgesetzt werden, dass die umgeleiteten Züge auch möglichst problemfrei darüber fahren können. Außerdem muss für die Personenverkehrsunternehmen Schienenersatzverkehr geschaffen werden. Der Umstellungsschmerz ist unglaublich groß. Wir kommen aus einem konventionellen Regime, wir nennen das „Bauen unter dem rollenden Rad“. Das führt dazu, dass wir häppchenweise bauen, quasi mit dem Esslöffel statt industriell. Davon kommen wir jetzt weg. Das bedeutet, dass wir unzählige Baustellen völlig umplanen müssen, damit die Dinge zusammenpassen. Das betrifft auch über 150 Baustellen überall im Bundesgebiet, die mit der Riedbahn eigentlich gar nichts zu tun haben. Das braucht einfach Vorlauf. Deshalb sage ich Ihnen: 2024 ist verdammt schnell.

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