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Lokführerstreiks : Machtkampf um die Bahn

Die GDL will eine radikale Bahnreform. Bild: Reuters

Die Deutsche Bahn spielt eine immer wichtigere Rolle in der Klima- und Verkehrspolitik – und diese darf sich nicht von den Launen einer Kleingewerkschaft abhängig machen. Doch Auswege sind schwierig.

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          Was sich in diesen Wochen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn abspielt, ist keine gewöhnliche Tarifauseinandersetzung. Es ist ein Machtkampf, der die Grundsatzfrage provoziert, welche politischen Lösungswege zur Verfügung stehen, falls sich ein zuverlässiger Verkehrsbetrieb durch die Deutsche Bahn unter den gegebenen Bedingungen nicht gewährleisten lässt. Sie sind gekennzeichnet durch erbitterte Rivalitäten zweier Gewerkschaften in einem Unternehmen ohne harte Budgetrestriktion – was übliche tarifpolitische Konfliktlösungsmuster an ihre Grenzen bringt. Die Spanne politischer Optionen reicht von Verbeamtung über Nichtstun bis Privatisierung.

          Auf der einen Seite steht die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG mit etwa 180.000 Mitgliedern, deren ursprüngliches Selbstverständnis es ist, die Interessen aller Bahn-Beschäftigten zusammenzuführen und gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten. Dieser Universalanspruch führt fast unvermeidlich dazu, dass sich einzelne, besonders streikmächtige Berufsgruppen wie die Lokführer nicht so konsequent vertreten sehen, wie es für sie in einer eigenen Gewerkschaft möglich ist, die sich nicht um Ausgleich in der Gesamtbelegschaft schert. Ungeschicktes Verhalten der EVG mag die Wahrnehmung unzureichender Repräsentanz noch verstärkt haben.

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