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Bahncard 100 : So betrügen Kunden die Bahn

Fahrer mit Bahncard 100 werden in der Fahrkartenkontrolle nicht registriert – der Bahn fehlt jegliche Übersicht. Bild: dpa

Die Bahn verlässt sich auf die Ehrlichkeit ihrer Kunden mit Bahncard 100. Die nutzen das zum Teil, um Entschädigungszahlungen für verspätete Züge zu ergaunern – mit denen sie nie fuhren.

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          Die von jahrelangem Missmanagement belastete Deutsche Bahn macht unredlichen Kunden auch noch das Betrügen leicht. Es geht um das Täuschen mit der Bahncard 100 für Entschädigungszahlungen auf verspätete Züge im Nah- und Fernverkehr, die gar nicht für Fahrten genutzt wurden. So können Besitzer der Rabatt-Kundenkarte, welche für die zweite Klasse 4395 Euro und die erste Klasse 7439 Euro im Jahr kostet, sich mit falschen Angaben ein Viertel des Preises wieder erschleichen, obwohl sie vielleicht gar nicht in dem Maß von Verspätungen betroffen waren.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bundesweit können Kunden mit Bahncard 100 in Zügen der Bahn und zum Teil anderer Verkehrsunternehmen beliebig oft ohne Fahrschein fahren. Auch die Daten der Plastikkarte werden während der Reise in Zügen, S-Bahnen oder Bussen nicht aufgenommen. Sie muss dem kontrollierenden Zugbegleiter nur vorgehalten werden, wenn dies verlangt wird. Deshalb fehlt der Bahn jegliche Übersicht. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit, dass die Karteninhaber für eine Entschädigung ein Fahrgastrechteformular ausfüllen und einreichen müssten.

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