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Bahn-Kommentar : Bäume im Gleis

  • -Aktualisiert am

Zugausfälle und Verspätungen in großem Maßstab – vielleicht sollte die Bahn einfach mal weniger versprechen.

          1 Min.

          Zugausfälle und Verspätungen in großem Maßstab: In den vergangenen beiden Tagen mussten Bahnkunden wieder einmal sehr viel Geduld mitbringen. Das Sturmtief Oriana zog über Deutschland und machte Reisen zu einem Glücksspiel. Auf einer Länge von 60 Kilometern wurden Strecken beschädigt, Oberleitungen mussten repariert werden.

          Es ist nicht so, dass die Deutsche Bahn sich nicht vorbereitet hätte. Vielmehr steckt der Konzern sehr viel Geld in einen Bereich, der zunächst etwas seltsam klingt: Vegetationsmanagement. Darunter versteht die Bahn eine „intensive Inspektion“ des Waldbestandes rund um die Schiene. Forstfachleute sind, wie es heißt, mit Spezialtechnik unterwegs, um den Zustand von Bäumen und Pflanzen im Umfeld von Gleisen akribisch zu ermitteln und zu dokumentieren.

          Mehr als tausend Mitarbeiter sind dafür im Einsatz, und jedes Jahr kostet das eine dreistellige Millionensumme. Es würden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Schiene sturmsicherer zu machen, damit die Fahrgäste bei Wind und Wetter verlässlich ihr Ziel erreichten, dichtet die Marketingabteilung.

          Das klingt so gut wie unglaubwürdig. Vielleicht sollte man rhetorisch einfach einen Gang herunterschalten und zugeben: Wir versuchen alles, können aber nicht immer gegen die Naturgewalten ankommen. Genauso wenig übrigens wie alle anderen Verkehrsmittel.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

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