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Bahn : Mehdorns Lamento

Bild: reuters

Preiserhöhungen und Stellenabbau: Bahnchef Hartmut Mehdorn musste wissen, dass seine Klage über die Folgen des beabsichtigten Tarifabschlusses mit den Lokführern Widerspruch auslösen würde. Aber auch die Kritik an der Bahn entlarvt bisweilen ein seltsames Wirtschaftsverständnis.

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          Preiserhöhungen und Stellenabbau: Bahnchef Hartmut Mehdorn musste wissen, dass seine Klage über die Folgen des beabsichtigten Tarifabschlusses mit den Lokführern Widerspruch auslösen würde. Sein Lamento hinterlässt in der Tat einen faden Beigeschmack, hätte er doch die Zustimmung zur Einigung verweigern können. Aus Angst vor weiteren Streiks erschien aber offenbar ein teurer Kompromiss als minderes Übel.

          Nun wirft Mehdorn Bundesverkehrsminister Tiefensee vor, Druck auf die Bahn ausgeübt zu haben. Der Minister wehrt sich mit einer entlarvenden Bemerkung: Die wirtschaftlich starke Bahn könne sich einen solchen Tarifabschluss leisten. Sogar aus der FDP kommen derart haarsträubende Töne.

          Die Anmaßung der Politiker, über die Gewinnverwendung des Unternehmens zu befinden, sagt viel über deren Wirtschaftsverständnis. Dabei liegt auf der Hand, dass der Konzern im Wettbewerb zurückfällt, wenn die Löhne viermal so stark steigen wie bei Konkurrenten. Die Bahn braucht den Gewinn - für die Beschäftigten, aber auch für Investitionen und Schuldenabbau. Wo das Geld wirtschaftlich am sinnvollsten angelegt ist, kann nur der Vorstand bestimmen, nicht die Politik.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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