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Bahn-Gewerkschaften : Klaus und Claus im Clinch

Klaus-Dieter Hommel und Claus Weselsky Bild: Imago, Action Press

Ihre Lebensläufe weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Heute jedoch sind sie nur noch Rivalen. Die Chefs der Bahn-Gewerkschaften EVG und GDL kämpfen darum, wer die Bahnbeschäftigten mächtiger vertreten darf.

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          Zwei Männer stellen die Schneewittchen-Frage: Wer ist der mächtigste Bahngewerkschafter im Land? Der eine ist nach etlichen Lokführerstreiks im Land bekannt wie ein bunter Hund, Claus Weselsky, der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL. Der andere, Klaus-Dieter Hommel, ist auch ein alter Hase in Gewerkschaftsfragen, sein Gesicht allerdings außerhalb der Branche den meisten unvertraut. Seit Wochenbeginn ist er offiziell Weselskys Widerpart: Nach einem digitalen Gewerkschaftstag haben ihn 82 Prozent der 300 Delegierten in einer Briefwahl zum neuen Vorsitzenden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG gekürt. Schon seit dem Frühjahr hatte er die EVG kommissarisch geleitet.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In den zurückliegenden Monaten war die EVG indes weniger mit Weselskys Attacken als mit sich selbst beschäftigt. Eigentlich glaubte man schon vor einem Jahr nach dem Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Alexander Kirchner und der Wahl seines Nachfolgers Torsten Westphal für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Doch nach nicht einmal einem halben Jahr an der EVG-Spitze trat Westphal im April überraschend „aus persönlichen Gründen“ zurück. Vor kurzem wurde bekannt, dass Westphal inzwischen Karriere bei der Bahn macht. Er soll „Beauftragter für die Strukturstärkung der Kohleregionen“ werden – ein Karrieresprung, den ihm viele Weggefährten übelnehmen, erinnert er doch an frühere Vorkommnisse in der EVG, die einmal Transnet hieß. Der Wechsel des einflussreichen Transnet-Chefs Norbert Hansen in den Konzernvorstand der Deutschen Bahn als Arbeitsdirektor im Jahr 2008 gilt heute noch vielen als Verrat.

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