https://www.faz.net/-gqe-7wefm

Nach Ausstand der Lokführer : Jetzt droht die andere Bahn-Gewerkschaft mit Streik

  • Aktualisiert am

EVG-Chef Kirchner warnt vor zwei unterschiedlichen Tarifverträgen Bild: dpa

Bei der Deutschen Bahn könnte es bald wieder Streiks geben - diesmal jedoch nicht von der Lokführergewerkschaft GDL, sondern von Mitgliedern der konkurrierenden Gewerkschaft EVG.

          Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn droht nach den Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL nun auch die konkurrierende Bahn-Gewerkschaft EVG mit Arbeitsniederlegungen. „Es kann nicht die Lösung sein, am Ende zwei
          Tarifverträge mit unterschiedlichen Inhalten zu haben“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner dem „Tagesspiegel am Sonntag“ mit Blick auf die geplanten parallelen Verhandlungen der Deutschen Bahn mit GDL und EVG. „Dann werden wir für unsere Interessen eintreten, notfalls mit einem Arbeitskampf“, warnte Kirchner.

          Die Deutsche Bahn hatte den beiden konkurrierenden Gewerkschaften vorgeschlagen, die Tarifverhandlungen parallel fortzusetzen. Am Dienstag ist ein vertrauliches Spitzengespräch geplant, am Freitag sollen Verhandlungen geführt werden.

          Knackpunkt im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ist die Frage, welche Gewerkschaft für welche Berufsgruppen die Verhandlungen führen soll. Die GDL will für das gesamte Zugpersonal verhandeln und nicht nur für die Lokführer. Dabei steht sie in Konkurrenz mit der EVG. Die Lokführer hatten in den vergangenen Wochen bereits mehrmals für ihre Forderungen gestreikt.

          Die EVG lehnt unterschiedliche Regelungen für gleiche Berufsgruppen ab. „Tarifkonkurrenz ist für das Unternehmen nicht gut und für die Beschäftigten auch nicht“, sagte Kirchner dem „Tagesspiegel“. Er hob aber zugleich hervor, dass seine Gewerkschaft mit „zwei inhaltsgleichen Tarifverträgen“ kein Problem habe. Allerdings würde seiner Ansicht nach der Konflikt in ein oder zwei Jahren „wieder hochkochen“.
          Kirchner kritisierte zudem den Kurs der GDL. „Bei der GDL ist es seit langer Zeit Strategie, den Konflikt und die Eskalation zu suchen“, sagte der EVG-Vorsitzende. Immer wenn seine Gewerkschaft für etwas sei, sei die GDL dagegen. Er wandte sich auch gegen den Vorwurf, die EVG sei die „Hausgewerkschaft“ der Bahn. „Den Konflikt mit der Bahn in Sachthemen tragen wir aus, nicht die GDL“, zeigte sich Kirchner überzeugt.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Schwamm drunter!

          Schwierige Stadtplanung : Schwamm drunter!

          Starkregen und Hochwasser bringen Städte immer wieder an ihre Grenzen. Sie müssen sich anpassen – denn der Klimawandel dürfte das Problem noch verschärfen.

          Topmeldungen

          Berlin im Juli 2017: Überschwemmung auf der Märkischen Allee nach einem Unwetter

          Schwierige Stadtplanung : Schwamm drunter!

          Starkregen und Hochwasser bringen Städte immer wieder an ihre Grenzen. Sie müssen sich anpassen – denn der Klimawandel dürfte das Problem noch verschärfen.

          Streit um Regenwald : Bolsonaro wettert mit manipuliertem Video gegen Norwegen

          Brasiliens Präsident Bolsonaro ist wütend auf Norwegen, weil das Land seine Zahlungen für einen Regenwald-Fonds einstellt. Jetzt verbreitet er ein Video von blutigen Walfang-Szenen – die allerdings gar nicht aus Norwegen stammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.