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Machtwort : Bahn-Aufsichtsrat untersagt Beraterverträge mit früheren Managern

  • Aktualisiert am

Michael Odenwald Bild: dpa

Der Aufsichtsrat der Bahn hat nach negativen Schlagzeilen ein Machtwort gesprochen: Mit früheren Konzernmanagern soll es keine Beraterverträge mehr geben.

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          Beraterverträge mit früheren Konzernmanagern soll es bei der Deutschen Bahn nicht mehr geben. Der Aufsichtsrat untersagte am Mittwoch grundsätzlich die bisherige Praxis. Auch Menschen in politisch herausgehobener Stellung sollen nicht mehr als Berater engagiert werden, wie das Staatsunternehmen am Mittwoch mitteilte.

          Entsprechende Verträge aus den Jahren 2010 bis 2018 seien ohne Beteiligung des Kontrollgremiums geschlossen worden und würden auch nicht nachträglich genehmigt.  „Für uns steht fest: Die Praxis der Vergangenheit wird abgestellt", erklärte Aufsichtsratschef Michael Odenwald.

          Jürgen Rüttgers (CDU)

          Der Aufsichtsrat hatte die Vereinbarungen von externen Prüfern untersuchten lassen. Bei einem früheren Topmanager besteht der Verdacht, dass er sich über einen Beratervertrag bereichert haben könnte. Hier will die Bahn Geld zurückfordern. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen geht es um rund 350 000 Euro. Offen blieb, ob es Konsequenzen für die Verantwortlichen bei der Bahn gibt, die die Verträge geschlossen haben.

          Ulrich Homburg

          Auch der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) war für die Bahn als Berater tätig. Unter Druck steht vor allem Berthold Huber, als Vorstand für den Personenverkehr einer der wichtigsten Köpfe im Berliner Bahntower. Er hatte einen Vertrag für seinen Vorgänger Ulrich Homburg unterschrieben und damit wahrscheinlich gegen das Aktiengesetz und die Rechtsprechung verstoßen. Solche Beraterverträge müssen vom Aufsichtsrat gebilligt werden.

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