https://www.faz.net/-gqe-7341j

Autozulieferer : Schaeffler trennt sich von Conti-Anteilen

Schaeffler-Kugellager Bild: dapd

Nach dem Wiederaufstieg von Continental in den Dax trennt sich der Hauptaktionär Schaeffler von rund zehn Prozent seiner Anteile an dem Autozulieferer. Mit dem Erlös will das fränkische Unternehmen Schulden tilgen, die es für den Einstieg bei Conti machen musste. Die Familie Schaeffler hält weiterhin 49,9 Prozent an Conti.

          Am ersten Tag der Continental AG im Dax haben bereits 20,8 Millionen Aktien ihren Besitzer gewechselt. Damit wird die Familie Schaeffler, der Hauptaktionär des Autozulieferers aus Hannover, einen beträchtlichen Teil ihrer Schulden abbauen. Die Schaeffler Verwaltungs GmbH als Holding-Gesellschaft der Familie teilte Montagabend mit, dass die Privatbankhäuser M.M. Warburg und Metzler ihre jeweils zu 5,2 Prozent gehaltenen Anteile an Continental über eine Privatplazierung an Investoren abgegeben haben. Diese Pakete waren bei den Banken geparkt, nachdem eine versuchte Mehrheitsübernahme von Conti durch Schaeffler 2008 gescheitert war.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Aktien wurden zu einem Preis von rund 80 Euro abgegeben. Der Schlusskurs der Aktie wurde mit 81,49 Euro festgestellt, 2,5 Prozent weniger als noch am Freitag – aber immer noch so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Daraus ergibt sich insgesamt ein Volumen von etwa 1,6 Milliarden Euro. Der Betrag soll nach Abzug der Kosten für die Schuldentilgung genutzt werden. Damit reduzieren sich auf der Ebene der Familiengesellschafter die Finanzschulden von 5 auf rund 3,4 Milliarden Euro.

          Maria-Elisabeth Schaeffler

          Die Familie Schaeffler hält über die Schaeffler AG weiterhin 49,9 Prozent an Conti. Der Streubesitz der Continental steigt mit der Transaktion, die an diesem Dienstagmorgen abgeschlossen sein soll, auf 50,1 Prozent. Formal muss die Schaeffler AG ihre Conti-Aktien noch mindestens sechs Monate halten.

          Klaus Rosenfeld, der Finanzvorstand der Schaeffler AG, sagte am Montagabend, dass der Verkauf ein weiterer Teil in der Kette bisher vorgenommener Refinanzierungsmaßnahmen sei. Einzelheiten der Transaktion nannte Rosenfeld noch nicht. Die Schaeffler AG wurde in der Finanzierung Anfang des Jahres neu aufgestellt. Der Wälz- und Kugellagerhersteller aus Herzogenaurach wies per Ende Juni dieses Jahres Nettoschulden von 6,83 Milliarden Euro aus.


           

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          So sieht sich 8Chan selbst: Twitterprofil der Plattform.

          Internetforum „8chan“ : Der Alpha und die Betas

          Vom Meme zum Massaker: Wie radikalisieren sich junge Männer in Internetforen wie „8chan“? Warum verehren sie Donald Trump? Und warum gibt es diese Plattformen überhaupt?

          Eintracht Frankfurt : Wie ein Achtelfinale

          Eintracht-Torhüter Kevin Trapp erwartet ein „großes“ Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg und misst ihm besondere Bedeutung bei. Rund um das Stadion gelten für die rund 1200 Anhänger besondere Auflagen.

          Debatte über das Sparen : Lieber später als heute das Geld auf den Kopf hauen

          Bisher dachten Wissenschaftler, Menschen geben Geld lieber heute als später aus. Doch in einer alternden Gesellschaft könnte sich das ändern. Das würde auch das Phänomen negativer Zinsen erklären. Müssen Ökonomen ihre Lehrbücher umschreiben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.