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So wenige wie noch nie : Autozulassungen sinken in Europa um 23 Prozent

  • Aktualisiert am

Angespannter Markt: Fahrzeuge eines Frankfurter Autohauses Bild: Martin Albermann

Die Wucht des Chipmangels trifft die europäischen Autohersteller. Neue Zahlen sind noch schlechter als nach den Corona-Lockdowns. Bemerkbar macht sich das etwa bei Daimlers Truck-Sparte – aber nicht alle Hersteller leiden im gleichen Maß.

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          Die Folgen des Chipmangels haben zu rekordniedrigen Autoverkäufen in Europa geführt. In der gesamten EU wurden im Dezember nur knapp 800.000 Autos neu zugelassen, wie der Autoherstellerverband ACEA in Brüssel mitteilte. Das ist ein Minus von 22,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es war bereits der sechste Rückgang in Folge.

          Die größten Märkte verzeichneten allesamt prozentual zweistellige Verluste, in Deutschland fielen die Neuzulassungen um mehr als ein Viertel. Unter den Herstellern hatte vor allem der VW-Konzern zu kämpfen, dessen Stammmarken-Verkäufe im Dezember um rund 40 Prozent einbrach.

          Nur BMW mit kleinem Plus

          Insgesamt sind in der Europäischen Union damit im vergangenen Jahr 2021 noch weniger neue Autos zugelassen worden als auf dem Niedrigniveau des Corona-Jahres 2020 – die Zahl der Neuzulassungen sank um 2,4 Prozent auf 9,7 Millionen Autos. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 belastete der weltweite Mangel an Mikrochips die Autobauer schwer, als bei zahlreichen Herstellern die Produktion zeitweise ins Stocken geriet.

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          Auf Jahressicht verzeichnete unter den deutschen Herstellern nur BMW bei den Neuzulassungen ein kleines Plus von 1,5 Prozent. Der deutsche Marktführer Volkswagen musste moderate Einbußen hinnehmen, Daimler rutschte um 12,4 Prozent ins Minus.

          Unter den vier größten Märkten innerhalb der EU entwickelte sich indes nur Deutschland schlechter, die Neuzulassungen fielen hierzulande um rund 10 Prozent. In Spanien und Frankreich legten sie immerhin leicht zu, in Italien sogar um 5,5 Prozent. Insgesamt wurden in der EU 3,3 Millionen Fahrzeuge weniger zugelassen als im Vor-Corona-Jahr 2019.

          Der Mangel an Halbleitern hat im vergangenen Jahr auch die Erholung des Lkw-Bauers Daimler Truck vom Corona-Schock erschwert. Der Konzernabsatz stieg 2021 gegenüber dem schwachen Vorjahr um 20 Prozent auf 455.000 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

          Daimlers Truck-Sparte im Rückwärtsgang

          Vor Ausbruch der Corona-Pandemie 2019 hatte die seit kurzem selbstständige Daimler-Tochter weltweit gut 520.000 Einheiten verkauft. Die Nachfrage sei stark geblieben, doch Versorgungsengpässe mit Computerchips hätten die Produktion gebremst, vor allem bei Schwerlastern in den USA und Europa, erklärte der Weltmarktführer. In diesen beiden Regionen nahmen die Verkaufszahlen daher nicht so stark zu wie in Asien.

          Auf ihrem größten Markt Nordamerika verkauften die Schwaben mit 162.000 Stück 17 Prozent mehr als 2020. Die Europa-Marke Mercedes-Benz schaffte 20 Prozent Wachstum auf 141.000 Nutzfahrzeuge. Trucks Asia erzielte das stärkste Plus von 30 Prozent auf 143.000 Einheiten. Die besonders hart von der Corona-Krise in der Reisebranche getroffene Bussparte erreichte den Vorjahreswert von 19.000, der weit unter den knapp 30.000 im Vorkrisenjahr 2019 liegt. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt Daimler Truck bei der Jahrespressekonferenz am 24. März.

          Konkurrent Traton konnte stärker zulegen. Die Nutzfahrzeugtochter von Volkswagen steigerte den Absatz mit ihren Marken MAN, Scania und VWCO um 27 Prozent, einschließlich der im vergangenen Jahr übernommenen US-Firma Navistar um 43 Prozent auf 271.600 Fahrzeuge.

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