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Autoverkäufe : Bella macchina in der Krise

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Wer liebt, der schiebt: Viele Italiener behalten lieber ihr altes Auto als sich einen Neuwagen zu kaufen Bild: REUTERS

Die Europäer kaufen immer weniger Autos: Der Absatz von Neuwagen in Europa ist im August abermals deutlich zurückgegangen. Vor allem die Italiener haben immer weniger Lust auf Neuwagen.

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          Der europäische Automarkt steckt weiter in der Krise. Im August des Jahres wurden in der EU 722.500 und somit 8,5 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin mitteilte. Abermals getrübt wird die Europabilanz der Autohersteller vor allem durch die anhaltende Absatzkrise in West- und Südeuropa. So ging der Absatz in Deutschland um fünf Prozent, in Frankreich um 11 Prozent zurück. In Italien brach der Absatz sogar um 20 Prozent ein.

          Lediglich in Spanien wuchsen die Neuzulassungen um drei Prozent. Schuld daran ist die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes ab September, der die Kunden noch im August in die Verkaufsräume lockte. In Großbritannien stagnierte der Absatz auf dem Vorjahresniveau.

          Die Abkühlung der Nachfrage in Europa trifft die Autohersteller auf breiter Front: Bei den ausländischen Herstellern legten nach Angaben des Branchenverbandes der europäischen Automobilhersteller (ACEA) lediglich die beiden asiatischen Autobauer KIA und Honda bei den Neuzulassungen im August zu. Weiterhin hoher Beliebtheit erfreute sich der Land Rover: Von dem Geländewagen wurden im August fast 74% mehr Fahrzeuge neu zugelassen.

          Gegen die Krise: Der Absatz von VW-Fahrzeugen ist ungebrochen, vor allem in Amerika und China Bilderstrecke
          Gegen die Krise: Der Absatz von VW-Fahrzeugen ist ungebrochen, vor allem in Amerika und China :

          Aufgefangen und ausgeglichen werden die Verluste in Europa jedoch durch die boomenden Märkte in China und in den Vereinigten Staaten. Die deutschen Autohersteller profitieren laut VDA vor allem vom amerikanischen Markt, wo sie ihren Absatz im August mit 101.600 verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um gut 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat steigern konnten. Damit war etwa jeder achte Pkw, der in den Vereinigten Staaten im bisherigen Jahresverlauf verkauft wurde, ein deutsches Fabrikat.

          Die Volkswagen-Gruppe brachte es im August auf 1,6 Prozent mehr Neuzulassungen, während diese im Vormonat noch um 3,8 Prozent zurückgegangen waren. Allerdings fließen seit August erstmals auch die Porsche-Verkäufe in die Berechnung der VW-Neuzulassungen mit ein.

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