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Vereinigte Staaten : Deutsche Autobauer gewinnen Marktanteile

  • Aktualisiert am

Für die Produktion des Passats hat VW eigens eine Fabrik in Tennessee gebaut, die vor kurzem eröffnet wurde Bild: dpa

Der Boom am amerikanischen Automarkt scheint angesichts von Arbeitslosigkeit und gestiegener Spritpreise vorbei. Im Mai wurden die heimischen Autobauer weniger Fahrzeuge los als im Vorjahresmonat - die deutschen Hersteller allerdings legten zu.

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          Die deutschen Autobauer stemmen sich erfolgreich gegen die eingetrübte Stimmung am amerikanischen Automarkt. Während heimische Autobauer wie General Motors und Ford im vergangenen Monat weniger Wagen verkauften, legten VW, BMW, Daimler & Co. zu. Vor allem die Pick-up-Trucks und schweren Geländewagen mieden die amerikanischen Kunden in Zeiten hoher Benzinpreise. Dagegen legten die sparsameren Personenwagen zu.

          Volkswagen wurde im Mai von seiner Kernmarke VW in den Vereinigten Staaten 30.100 Neuwagen los - das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Vor allem der Jetta verkauft sich dank seines Kampfpreises von knapp 16.500 Dollar plus Steuern (11.400 Euro) weiter blendend. „Für uns war es der beste Monat seit mehr als sieben Jahren“, sagte VW-Landeschef Jonathan Browning am Mittwoch. Mehr als die Hälfte der Auto waren Jetta. „Der gute Lauf wird anhalten“, sagte Browning. „Ich sehe unseren Marktanteil wachsen.“

          Hoffnungsträger Passat und Beetle

          Die Hoffnungen von VW ruhen vor allem auf dem neuen Passat und dem Beetle, die beide im Herbst auf den nordamerikanischen Markt kommen. Den Beetle fertigt VW in Mexiko, für den Passat hat der Konzern eigens eine Fabrik in Tennessee gebaut, die vor kurzem eröffnet wurde. Die große Limousine soll mit einem Grundpreis von knapp 20.000 Dollar vor allem Toyota die Kunden abjagen.

          Der VW-Konzern will bis 2018 zum Weltmarktführer aufsteigen und muss sich dafür auf dem amerikanischen Markt verbessern. Beherrscht wird das Feld dort von den drei großen heimischen Autobauern General Motors, Ford und Chrysler sowie von den japanischen und südkoreanischen Herstellern. Die neuen Modelle sollen das Blatt jedoch wenden. Auch die VW-Tochter Audi legt seit Monaten kräftig zu.

          Auch Porsche legt 50 Prozent zu

          Im Mai steigerte Audi den Absatz in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,6 Prozent auf 10.457 Wagen. Der Stuttgarter Autobauer Daimler legte bei der Marke Mercedes-Benz um 5,9 Prozent auf 20.306 Fahrzeuge zu. Dies sei das beste Mai-Ergebnis seit dem Jahr 2008 gewesen. Gefragt waren vor allem die Modelle der E- und C-Klasse.

          Auch bei BMW kletterte der Absatz: Der Münchner Autobauer BMW verkaufte im Mai in den Vereinigten Staaten insgesamt 26.452 Autos - ein Plus von 19,7 Prozent. Von der Marke BMW wurden 20.651 Fahrzeuge abgesetzt, was einem Zuwachs von 15,6 Prozent entspricht. Beim Kleinwagen Mini stieg der Absatz um 37 Prozent auf 5801 Fahrzeuge. Der Sportwagenbauer Porsche verkaufte im Mai 2817 Wagen in den Vereinigten Staaten, 50,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

          Marktführer General Motors dagegen musste im Mai einen Dämpfer hinnehmen. Die Verkäufe gingen nach zuletzt prozentual zweistelligen Zuwächsen nun um 1 Prozent auf 221.200 zurück. Kaum besser erging es der Nummer zwei im Markt, Ford. Hier fielen die Verkäufe - wenn auch nur um wenige Autos - auf 192.100. Vor allem die spritschluckenden Pick-up-Trucks und schweren Geländewagen verkauften sich wegen der hohen Benzinpreise schlechter. Die Gallone Benzin kostet in den Vereinigten Staaten je nach Region um die 4 Dollar - das sind rund 70 Eurocent den Liter. Was für Europäer wie ein Schnäppchen klingt, ist für Amerikaner viel Geld. Vor einem Jahr war die Gallone noch für 3 Dollar zu haben, vor zwei Jahren während der Wirtschaftskrise waren es 2 Dollar.

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