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Standort Antwerpen : Opel einigt sich auf Sozialplan für Mitarbeiter

Restrukturierung in Antwerpen: 1250 Mitarbeiter müssen Opel so schnell wie möglich verlassen Bild: AP

Frühpensionierungen und Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter: Die Belegschaft des Opel-Werks in Antwerpen stimmt über einen Sozialplan ab. Sollte sich kein Investor für den Standort finden, wird das Werk zum Jahresende geschlossen.

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          Der Autohersteller Opel trennt sich endgültig von seinem Standort Antwerpen und hat sich mit seinen dortigen Mitarbeitern auf einen Sozialplan geeinigt. Die 2560 Beschäftigten werden abgefunden. Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, wird im Rahmen einer Doppelstrategie noch bis Ende September nach einem Investor gesucht, der sich eine Geschäftstätigkeit auf dem Gelände vorstellen kann. Falls sich kein Interessent findet, wird das Werk zum Jahresende geschlossen.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Die Mitarbeiter in Antwerpen wollen am Dienstag oder am Mittwoch über den Vorschlag abstimmen. Eine Zustimmung gilt aber als sicher. Eine Sprecherin des Werks sagte, man habe einen ausgeglichen Vorschlag ausgearbeitet: Der Sozialplan sieht Frühpensionierungen und Abfindungen bis zu 144.000 Euro für ausscheidende Mitarbeiter vor. In dem Abkommen heißt es: „Die Restrukturierungsmaßnahmen müssen unverzüglich beginnen. Rund 1250 Mitarbeiter müssen das Unternehmen so schnell wie möglich verlassen, spätestens Ende Juni.“ Die restlichen Arbeitnehmer werden zum Jahresende ausscheiden. Wenn sich kein Investor findet, gilt der Sozialplan auch für sie.

          Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter

          Mit der Einigung hat Opel auch eine wichtige Hürde in den Verhandlungen mit seinen verbleibenden europäischen Arbeitnehmern übersprungen, in denen es um einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro geht: „Wenn der Sozialplan von den Mitarbeitern in Belgien angenommen wird, ist eine große Hürde vom Tisch“, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim. Das Unternehmen sieht das ähnlich: „Wir sind jetzt sehr zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt“, sagte ein Opel-Sprecher.

          Protest: Eine Zustimmung der Mitarbeiter gilt dennoch als sicher
          Protest: Eine Zustimmung der Mitarbeiter gilt dennoch als sicher : Bild: dpa

          Verhandelt wird derzeit darüber, welche Maßnahmen als Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter anerkannt werden. Dabei geht es unter anderem um Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie verzögert wirkende Tariferhöhungen. Die im Gegenzug ursprünglich angestrebte Beteiligung an Opel werden die Mitarbeiter wohl nicht mehr durchsetzen können, wohl aber Investitionszusagen für die verbliebenen Standorte.

          Hoch attraktiver Standort für einen Investor

          Mit Blick auf Antwerpen hingegen hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors schon im Januar angekündigt, das Werk bis zum Jahresende schließen zu müssen, um Überkapazitäten abzubauen. Gewerkschaften und Betriebsrat kämpfen um den Erhalt des Standorts; auf der Suche nach einem Investor hilft eine Investmentbank. Würde sich ein Investor aus der Automobilindustrie finden, könnte das Werk sogar weiter produzieren und GM zuliefern. In Antwerpen wird der Kompaktwagen Astra gebaut.

          Nach dem Abkommen will Opel/Vauxhall einem potentiellen Investor eine Brückenlösung anbieten, in dessen Rahmen der Käufer das Astra Cabriolet und den Astra-Dreitürer weiter fertigen kann. Auch eine mögliche neue Generation des Astra Cabrio könnte in Belgien gebaut werden. Damit sei der Standort hoch attraktiv für einen Investor, glaubt Franz. In dem restrukturierten Werk könnten jährlich 120.000 Einheiten gebaut werden. Branchenkenner halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass das Werk weiterhin Autos herstellen wird. Das Grundstück ist allerdings sehr gut gelegen - und könnte zum Beispiel für Logistikunternehmen interessant sein.

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