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Smart-Chefin Annette Winkler : „Das E-Bike soll nächstes Jahr kommen“

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Winkler: „Es geht letztlich um sauberere Luft und mehr Lebensqualität in der Stadt” Bild: Daimler

Sie liebt die S-Klasse, aber für die Stadt gibt es nichts besseres als den Smart, sagt die Chefin Annette Winkler im F.A.Z.-Gespräch. Das Unternehmen will demnächst auch Fahrräder verkaufen.

          Frau Winkler, als der Smart erfunden wurde, nannte man ihn ein Mobilitätskonzept. Heute ist er ein einfach nur noch ein Auto. Schade eigentlich ...

          Für uns ist der Smart heute mehr denn je eine große Idee für die innerstädtische Mobilität. Außerdem ist und bleibt der Smart ein Auto, das Spaß macht und wunderbar praktisch ist. Wenn in Berlin alle Autos durch einen Smart ersetzt würden, könnte man 700 Fußballfelder Parkplatz sparen ...

          ... für Daimler wäre das aber schlecht: zu viel Smart, zu wenig Mercedes.

          Auch ich fahre mit Leidenschaft öfter mal ein großes Auto, ich liebe die S-Klasse. Aber für die Stadt gibt es nichts Besseres als den Smart. Darum geht es ja: Es soll einfach und günstig sein, das Transportmittel zu nehmen, das gerade passt. Die Zeit ist reif, diese Uridee des Smart wieder aufleben zu lassen, denn Innovationen wie Smartphones machen vieles erst möglich. Das ist eine Riesenchance.

          Annette Winkler am Steuer: Sie glaubt, dass der Markt für E-Scooter „geradezu explodieren” wird

          Das hört sich eher nach Marketing an als nach Strategie.

          Wir haben eine klare Strategie für die Marke Smart. Dazu gehört für mich, aus Smart einen Think-Tank für Mobilitätskonzepte zu machen, und das begeistert mich. Zudem gehören zu meinen Aufgaben natürlich auch die Entwicklung der neuen Smart-Generation, die Einführung des Smart in neue Märkte, unser Individualisierungsprogramm sowie das Vorantreiben der Elektrifizierung. Und in diesem Zusammenhang auch das Ausweiten der Marke in Richtung E-Bike und E-Scooter.

          Wartet denn der Markt auf Fahrräder und Roller aus dem Hause Daimler?

          Die Resonanz auf beide Konzepte war super. Es ist sehr anspruchsvoll, ein geeignetes Geschäftsmodell für den E-Scooter zu finden. Ich persönlich glaube jedoch fest daran dass der Markt geradezu explodieren wird, hier in Europa, aber auch in Nordamerika. Aber es gibt noch keine Entscheidung, dass wir den Roller bauen, im Gegensatz zum E-Bike.

          Smart bietet Fahrräder an? Wann und wo?

          Da sind wir sehr ehrgeizig, das E-Bike soll nächstes Jahr auf den Markt kommen. Wir können uns dafür Europa, Nordamerika und den Mittleren Osten gut vorstellen. Dort sehe ich eine rasant wachsende Nachfrage. Es ist die ideale Ergänzung zur Stadtmobilität, denn natürlich kann man mit dem Pedelec sportlich Radfahren, aber es ist eben auch ein Transportmittel. Daher könnte ich mir das E-Bike, dort wo es gewünscht ist, als Teil unseres Projekts Car2go vorstellen: das heißt, dort könnte man dann nicht nur schnell und unkompliziert einen Smart leihen, sondern auch ein E-Bike. Das passt auch, denn die räumlich und zeitlich voll flexible Fahrradleihe war ja dereinst Inspiration für Car2go.

          Was hat das E-Bike von Smart, das andere nicht haben?

          Wir haben ein Smart-typisches Design. Man wird sein iPhone als Tacho und Navi nutzen können und so ganz einfach zum nächsten Rastplatz oder zum nächsten Bäcker und Supermarkt finden. Und natürlich wird man dann die Einkäufe in passenden Taschen intelligent und sicher unterbringen können – ebenfalls typisch Smart. Deswegen sehen wir das Fahrrad auch als Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen.

          Das ist ja auch dringend nötig. Die Absatzzahlen von Smart sind im vergangenen Jahr unter 100000 abgesackt.

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