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Produktionsausfall in Japan : Daimler verdoppelt Gewinn

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Mercedes-Stern: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern steigt von 1,2 Milliarden Euro auf mehr als 2 Milliarden Euro Bild: dpa

Daimler hat im ersten Quartal sein Gewinn auf mehr als 2 Milliarden Euro steigern können. Der Autokonzern profitiert von der Nachfrage in China, doch die Naturkatastrophe in Japan belastet die Produktion.

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          Fulminanter Jahresstart für Daimler: Der Autokonzern hat trotz Millionenbelastungen wegen der Naturkatastrophe in Japan seinen Gewinn fast verdoppelt. Unter dem Strich standen nach den ersten drei Monaten 1,2 Milliarden Euro. „Wir haben im ersten Quartal ein hervorragendes Ergebnis erzielt“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag. „Wir liegen damit deutlich über Plan und bestätigen den positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2011.“

          Sorgen bereiten den Stuttgartern aber die Naturkatastrophen in Japan und den Vereinigten Staaten. „Das weltweit bestimmende Ereignis des ersten Quartals 2011 war das verheerende Unglück in Japan“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber. Die Katastrophe belastete Daimler allein
          im März mit 78 Millionen Euro. In den nächsten Monaten rechnet der Manager mit weiteren Aufwendungen von bis zu 100 Millionen Euro (siehe Ohne Teile: Japanische Autoproduktion mit halber Kraft).

          Grund sei vor allem der wochenlange Produktionsausfall bei der Lastwagentochter Mitsubishi Fuso nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März, sagte Uebber. Die Produktion lief am 29. März wieder an, zunächst wurden Teile und Komponenten gefertigt. Seit 20. April werden auch wieder Lastwagen gebaut. Daimler hat in Japan knapp 13 000 Mitarbeiter, der Großteil davon arbeitet bei Fuso.

          Bild: F.A.Z.

          Trotz eines Gewinnsprungs haben sich Anleger am Freitag von Daimler getrennt. Die Aktien des Autokonzerns verbilligten sich um bis zu 2,5 Prozent auf 51,76 Euro und waren damit größter Verlierer im Dax. Die Zahlen für das erste Quartal seien sehr gut gewesen, schrieb Equinet-Analyst Tim Schuldt. Dass die Aktien dennoch nachgaben, führten Händler auf die hohen Markterwartungen an den Konzern zurück. Die Ergebnisse hätten den Erwartungen der Analysten weitestgehend entsprochen, sagte ein Händler. Dass eine positive Überraschung ausgeblieben sei, habe einige Anleger offenbar verprellt.

          Umsatz steigt um 17 Prozent

          Auch in den Vereinigten Staaten kämpfen die Stuttgarter derzeit mit Problemen infolge einer Naturkatastrophe. Wegen der Wirbelstürme ruht die Produktion im amerikanischen Werk Tuscaloosa im stark betroffenen Bundesstaat Alabama bis voraussichtlich Montag (siehe Vereinigte Staaten: Hunderte Tote bei Tornado im Südosten). Mitarbeiter seien nicht verletzt worden, sagte Uebber. Die Fabrik, in der Daimler Geländewagen baut, sei zwar nur leicht beschädigt. Daimler wolle den Menschen nach der Katastrophe aber ermöglichen, sich zunächst um ihre persönlichen Angelegenheiten zu kümmern.

          Im Auftaktquartal legte der Umsatz um 17 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte von 1,2 Milliarden Euro auf mehr als 2 Milliarden Euro. Daimler profitierte von der ungebrochenen Nachfrage nach Luxusautos - vor allem in China. Aber auch das Geschäft mit Lastwagen lief glänzend. Der Konzernabsatz legte um 15 Prozent auf 461 700 Fahrzeuge zu.

          Für 2011 erwartet Zetsche ein operatives Ergebnis deutlich über dem Vorjahreswert von 7,3 Milliarden Euro. Auch bei Umsatz (2010: 97,8 Mrd Euro) und Absatz (2010: 1,9 Millionen Fahrzeuge) rechnet der Konzernlenker mit einem Plus. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll weiter steigen. Ende März arbeiteten bei Daimler 261 718 Menschen, 164 131 davon in Deutschland.

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