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Partnerschaft mit VW : Suzuki zieht einen Schlussstrich

  • Aktualisiert am

Für 1,7 Milliarden Euro übernahm VW vor zwei Jahren Anteile von Suzuki Bild: dapd

Suzuki leitet nach monatelangem Gezerre die Trennung von seinem ungeliebten Partner Volkswagen ein. Der viertgrößte japanische Autobauer will bis zu 20 Prozent seiner Aktien zurückzukaufen, die VW derzeit hält.

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          Der japanische Autobauer Suzuki dringt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs Volkswagen. Die Partnerschaft sei mit dem heutigen Tag beendet, den VW-Anteil wolle man zurückkaufen, teilte Suzuki am Freitag mit. VW reagierte enttäuscht auf die Nachrichten aus Japan.

          Die Japaner wollen den Fall nun vor den Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer bringen, hieß es auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Suzuki-Chef Yasuhito Harayama sagte allerdings, man werde VW noch etwas Zeit geben, bevor man den Schiedsgerichtshof anrufe. Suzuki-Konzernpatriarch Osamu Suzuki wollte mit der vor rund zwei Jahren eingegangenen Partnerschaft vor allem Einblick in die technische Entwicklung bei Europas größtem Hersteller erhalten.

          „Volkswagen weist kategorisch zurück, dass wir in irgendeiner Weise den Kooperationsvertrag gebrochen oder nicht gelebt hätten und lehnen eine Beendigung des Abkommens ab“, hieß von den Wolfsburgern am Freitag. „Wir sind sehr enttäuscht über diesen Schritt von Suzuki und können diesen in keinster Weise nachvollziehen.“ Volkswagen werde unverändert an seinem Anteil an der Suzuki Motor Corp. festhalten.

          Gegenseitige Vorwürfe

          VW ist mit knapp 20 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligt, Suzuki mit 1,5 Prozent bei VW. Die beiden Partner werfen sich gegenseitig Vertragsverletzungen vor. VW hatte Ende Oktober bei der Bilanzvorlage klar gestellt, dass die Zusammenarbeit grundsätzlich überprüft werde. Da die Japaner die Kooperation mit VW beenden wollen, sei „bis auf weiteres die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auf Suzuki auszuüben, nicht mehr gegeben“, hieß es im Zwischenbericht. Deshalb werde die Ende 2009 erworbene Beteiligung von 19,9 Prozent nun anders in der Bilanz geführt.

          Suzuki hatte sich zu Beginn der Auseinandersetzungen auch daran gestört, in den VW-Büchern als assoziiertes Unternehmen geführt zu werden. Das japanische Familienunternehmen pocht auf seine Unabhängigkeit. Die Partnerschaft habe Suzuki nicht die gewünschten Vorteile gebracht, lauten die Vorwürfe des Kleinwagenspezialisten. VW sieht sich hingegen übergangen, da die Japaner bei Fiat Dieselmotoren bestellten.

          An der Börse wurden die Neuigkeiten kaum beachtet: Die Vorzüge von Volkswagen gaben im Mittagshandel rund 1 Prozent nach, während der DAX rund ein halbes Prozent im Minus lag. Die jüngsten Auseinandersetzungen hätten die Beziehungen zwischen den beiden Autobauern verschlechtert, sagte Analyst Jakob Penndorf von Alpha Wertpapierhandel. Zudem habe Suzuki ein gutes Timing bewiesen, indem die Japaner mit ihrer Mitteilung kurz vor Beginn der VW-Aufsichtsratssitzung an diesem Freitag an die Öffentlichkeit gegangen seien.

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