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Opel : GM will seine Tochter doch behalten

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„Wir verstehen, dass die Komplexität und die Länge der Angelegenheit für alle Beteiligten anstrengend war”, sagt GM-Chef Henderson Bild: dpa

Überraschende Wende im Kampf um die Zukunft des Autobauers Opel. Der Mutterkonzern General Motors hat sich nun doch gegen einen Verkauf der Rüsselsheimer Marke entschieden. Die Übernahme durch den Zulieferer Magna ist damit vom Tisch. Wirtschaftsminister Brüderle bezeichnete das Verhalten von GM als „völlig inakzeptabel“.

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          Im Tauziehen um Opel gibt es abermals eine überraschende Wende. Der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) will das Rüsselsheimer Unternehmen nun doch behalten. Darauf haben sich die Mitglieder des Verwaltungsrates von GM am späteren Dienstagabend verständigt. Die Verbesserung des Geschäftsumfeldes und die strategische Bedeutung von Opel seien dafür ausschlaggebend gewesen, erklärte GM.

          Der Konzern rechnet mit Sanierungskosten für Opel von drei Milliarden Euro, womit auch Stellenstreichungen und Werksschließungen abgedeckt sein dürften. Dies sei deutlich weniger als die Pläne der Opel-Bieter vorsahen, erklärte Konzernchef Fritz Henderson. GM wolle seinen Restrukturierungsplan bald der Bundesregierung und anderen Regierungen vorlegen. Zugleich entschuldigte sich Henderson für die monatelange Hängepartie. „Wir verstehen, dass die Komplexität und die Länge der Angelegenheit für alle Beteiligten anstrengend war.“ Aber mit dieser Entscheidung habe GM die beste Lösung für seine Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer und Händler erreicht. Dies sei die stabilste und kostengünstigste Lösung, um die Zukunft von Opel und der Schwestermarke Vauxhall langfristig zu sichern.

          Für die Manager und Arbeitnehmervertreter bei Opel kommt die Nachricht als Überraschung und Enttäuschung, da sie sich zuletzt überzeugt gezeigt hatten, dass GM Opel an den Autozulieferer Magna verkaufen würde. Der Betriebsrat kündigt für Donnerstag Warnstreiks vor den Werkstoren in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern an (Opel-Betriebsrat ruft zu Warnstreiks auf). Noch während die GM-Verwaltungsratssitzung in Detroit lief, hatte Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster in Berlin abermals für den Verkauf an Magna geworben. Auch die Betriebsräte und die IG Metall drängten GM zum Verkauf von Opel an Magna (Opel-Arbeiter drängen GM zum Verkauf an Magna).

          Bleiben zusamen: Mutter GM und Tochter Opel

          Kein politischer Druck? GM hätte lügen müssen

          Schließlich hatte der GM-Verwaltungsrat schon im September die Empfehlung abgegeben, Opel mehrheitlich an den kanadisch-österreichischen Konzern zu verkaufen. Das Gremium hatte sich am Dienstag eigentlich nur deshalb noch einmal mit dem Thema befasst, weil die EU-Kommission Zweifel an der Entscheidung geäußert hatte. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde verlangte eine schriftliche Klarstellung, dass das Votum für Magna wegen des besseren Geschäftsplans erfolgte und nicht auf politischen Druck hin (EU-Kommission hat noch Fragen zu Opel). Um diese Erklärung abzugeben, hätte GM falsche Angaben machen müssen. Denn die Bundesregierung hatte - obwohl offiziell bestritten - staatliche Kredithilfe stets an die Bedingung geknüpft, dass Opel an Magna verkauft würde. Nun könnte der Kampf um Opel neu eröffnet werden.

          Die Bundesregierung hat mit Enttäuschung auf den überraschend geplatzten Verkauf von Opel reagiert. „Die Bundesregierung bedauert die Entscheidung des Verwaltungsrates von General Motors, Opel nun in eigener Regie zu restrukturieren und im Konzern zu behalten“, erklärte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in der Nacht. Damit sei ein Investorenprozess abgebrochen worden, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten von allen Beteiligten intensiv geführt worden sei. Das bis zuletzt auch von GM favorisierte Konzept des kanadischen Zulieferers Magna und dessen russischen Partners Sberbank habe eine überzeugende industrielle Logik gehabt.

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