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Opel : GM will seine Tochter doch behalten

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Die Pläne liegen schon im Wirtschaftsministerium

Die Bundesregierung forderte GM auf, Opel nun in seiner Leistungsfähigkeit zu stärken. Zudem müssten „die erforderlichen Anpassungen auf ein unverzichtbares Mindestmaß begrenzt“ werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gebeten, am Mittwoch im Kabinett zum Thema Opel zu berichten.

Der nannte vor der Sitzung das Verhalten von GM „völlig inakzeptabel“ - sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber. Das bei Opel federführende Wirtschaftsministerium hat mit dem FDP-Politiker Brüderle erst kürzlich eine neue Führungsspitze erhalten. Brüderle liegen nach Informationen der F.A.Z. schon Pläne für einen Verbleib von Opel bei GM vor. Für diese Lösung würden staatliche Kredite von 2,5 bis 3 Milliarden Euro benötigt. Dagegen wäre der Verkauf an Magna für den Steuerzahler deutlich teurer gewesen. Dies hätte Staatskredite über insgesamt 4,5 Milliarden Euro erfordert.

Um den Verbleib von Opel bei GM mit Staatskrediten zu unterstützen, müsste die Bundesregierung allerdings völlig neue Beschlüsse fassen. GM selbst hatte schon mehrfach Pläne geschmiedet, um Opel behalten zu können. Für die Sanierung in Eigenregie fehlte dem Konzern jedoch das Geld. Die amerikanische Regierung, der 60 Prozent von GM gehören, will keine zusätzlichen Steuergelder mehr in das Unternehmen stecken.

Generalstreik gegen Verbleib bei Opel?

Unklar ist auch, was nun mit dem Kredit geschieht, den Opel schon im Juni von Bund und Ländern erhalten hat. Bereitgestellt wurde eine Summe von 1,5 Milliarden Euro, von der Opel rund 1 Milliarde in Anspruch genommen hat. Der Kredit wird Ende November fällig (Opel braucht Ende November 1,5 Milliarden Euro). Die Bundesregierung erwartet nach Angaben des Regierungssprechers jetzt, dass GM die Brückenfinanzierung fristgerecht zurückzahle. Fordern Bund und Länder das Geld zurück, wird bei Opel schnell die Kasse knapp. Spätestens im Februar, wenn Investitionen in neue Modelle anstehen, würde dann die Insolvenz drohen. Für GM wäre dies die Chance, die begehrtesten Teile von Opel aus der Konkursmasse heraus zu erwerben: Vor allem das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim mit gut 5000 Ingenieuren, die Spezialisten für kleine und mittelgroße Autos sind.

Experten hatten frühzeitig gewarnt, Opel von GM abzuspalten. Der Rüsselsheimer Autohersteller sei allein zu klein, um am Markt zu bestehen. Auch die beiden von Bund und Ländern in den Opel-Treuhandbeirat entsandten Vertreter - der ehemalige Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer und FDP-Politiker Dirk Pfeil - hatten den Verkauf an Magna kritisiert. Beide warnten, dass Opel bald wieder die Insolvenz drohen könnte und dass der größte Teil des Risikos beim Steuerzahler liege.

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