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Neue Aufsichtsrätin : Volkswagen überrascht mit gutem Ergebnis

Steigt in den VW-Aufsichtsrat ein: Die schwedischen Bankmanagerin Annika Falkengren Bild: Florian Manz

Nach dem Rekordabschluss im Jahr 2010 steigen der Aktienkurs und die Erwartungen. Annika Falkengren, Chefin der schwedischen Großbank SEB, rückt in den Aufsichtsrat.

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          Nach dem Rekordabschluss im Jahr 2010 will der Volkswagen-Konzern im laufenden Turnus weiter zulegen. „Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis im Jahr 2011 die Vorjahreswerte übertreffen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Europas größter Automobilhersteller am Freitag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung herausgab. Darin warnt der Vorstand vorsichtshalber aber auch vor möglichen Negativeffekten aus schwankenden Wechselkursen und steigenden Rohstoffpreisen. Diese könnten die positiven Impulse aus dem steigenden Fahrzeugverkauf abschwächen. Trotzdem kletterte der Kurs der VW-Vorzugsaktien um 6 Prozent auf 119 Euro.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Wie VW außerdem mitteilte, soll Annika Falkengren in den VW-Aufsichtsrat ziehen. Die 48 Jahre alte Schwedin führt die schwedische Großbank SEB und zählt damit zu den wenigen Frauen, die es in der Finanzbranche nach ganz oben geschafft haben. Erwartungsgemäß rückt zudem Khalifa Jassim Al-Kuwari als zweiter Vertreter des VW-Großaktionärs Qatar in das Kontrollgremium, aus dem der RWE-Chef Jürgen Großmann und der frühere Eon-Vorstand Hans Michael Gaul nach der Hauptversammlung am 3. Mai ausscheiden.

          Den Kurssprung an der Börse dürfte VW vor allem durch die überraschend starken Ergebnisse im Abschluss 2010 ausgelöst haben. Der Konzern meldet ein operatives Ergebnis von 7,1 Milliarden Euro nach 1,9 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009. Im Kapitalmarkt waren im Schnitt 6,7 Milliarden Euro erwartet worden. Nach Einschätzung von Marc-René Tonn, Analyst beim Bankhaus M.M. Warburg, dürften nun auch die Gewinnschätzungen für 2011 angehoben werden. Zuletzt hatten Analysten im Mittel ein operatives Ergebnis von 7,6 Milliarden Euro vorhergesagt. Dass der Nettogewinn 2010 mit 7,2 (Vorjahr: 0,9) Milliarden Euro sogar oberhalb des operativen Ergebnisses lag, dürfte zwei Gründe haben: Die Optionen auf den Erwerb der zweiten Hälfte der Porsche AG haben nochmals an Wert gewonnen, nachdem die Fusion der Porsche Holding mit VW noch unwahrscheinlicher geworden ist. Außerdem dürften die Gemeinschaftsunternehmen in China, deren anteilige Ergebnisse nur in den Vorsteuergewinn fließen, prächtig verdient haben. VW erhöht die Dividende je Stammaktie auf 2,20 (1,60) Euro und je Vorzugsaktie auf 2,26 (1,66) Euro.

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