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Einigung auf Sanierungsbeitrag : Opel-Arbeiter drängen GM zum Verkauf an Magna

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In Detroit steht einmal wieder der Opel-Verkauf auf der Tagesordnung des Verwaltungsrats Bild: AP

Im Poker um Opel haben die Arbeitnehmer den Druck auf GM erhöht, den Zuschlag an Magna zu erteilen: Der Opel-Betriebsrat verkündete, die Belegschaft sei zu einem Sanierungsbeitrag bereit - aber nur falls der Käufer tatsächlich Magna heißt. Darüber wird heute in Detroit abermals verhandelt.

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          Im Poker um den Opel-Verkauf haben die Arbeitnehmer den Druck auf GM erhöht, Opel an Magna zu verkaufen: Die Arbeitnehmer und der künftige Käufer Magna einigten sich auf einen Sanierungsbeitrag der Belegschaft - aber nur unter der Bedingung, dass der Käufer auch wirklich Magna heißt.

          Der europäische Betriebsrat und die Arbeitnehmervertretungen in den Ländern mit Opel-Standorten hätten sich mit dem österreichisch-kanadischen Unternehmen auf Beiträge der Belegschaft zur Kostensenkung verständigt, teilte der Betriebsrat am Dienstag in Rüsselsheim mit. Es sei vorgesehen, dass in den kommenden Jahren bei der Belegschaft jährlich 265 Millionen Euro eingespart würden. Im Gegenzug würden die Mitarbeiter mit rund zehn Prozent an Opel beteiligt und bekämen dadurch ein Mitspracherecht bei dem Autobauer.

          Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung zwischen den Arbeitnehmervertretern und Magna sei „das beiderseitige Ziel, alles zu tun, um Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, erklärte der Betriebsrat. Für 2010 und 2011 sei unter anderem vorgesehen, das Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes eingebracht würden. Auch werde bis 2011 auf Lohnerhöhungen verzichtet, ab 2012 solle dann zu den Tarifverträgen zurückgekehrt werden.

          Verwaltungsrat tagt

          Die Zugeständnisse der Arbeitnehmer sollen nur für den Fall gelten, dass Magna und General Motors in Sachen Opel-Verkauf übereinkommen. Am Dienstag wird sich abermals der GM-Verwaltungsrat mit dem Thema Opel beschäftigen. Abermals ruhen die Hoffnungen, vor allem der Arbeitnehmerschaft darauf, dass im Verwaltungsrat das entscheidende Wort zur Übernahme des deutschen Autobauers durch Magna fallen könnte.

          Nach einer abschließenden Bewertung durch General Motors wird gehofft, dass GM einen lange erwarteten Brief an die Bundesregierung schreibt. Auf dessen Basis wil die Regierung dann Bedenken der EU-Kommission gegen die Transaktion zerstreuen. Es geht dabei um die Zusicherung, dass bei der Entscheidung für den Investor keine politischen, sondern ökonomische Gründe ausschlaggebend waren. Die Bundesregierung wartet derzeit auf Briefe von GM und der Opel-Treuhand, um auf dieser Basis der Kommission zu antworten. Die Bedenken der Kommission sind derzeit der entscheidende Punkt an dem der Opel-Verkaufsprozess noch hakt.

          Personal-Spekulationen über Opel-Chef

          Unterdessen gab es Spekulationen darüber, dass Magna bei Opel womöglich eine neue Führung durchsetzen wolle. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, der bisherige Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster werde nicht mehr den Chefposten bei „New Opel“ übernehmen. Künftig solle Magna-Manager Herbert Demel an der Spitze des Rüsselsheimer Unternehmens stehen. Nach dem Bericht der Zeitung hat Forster Magna bereits darüber informiert, dass er für Opel nicht zur Verfügung stehe. Opel wollte die Personalie am Dienstag weder bestätigen noch dementieren und sprach von „Spekulationen“.

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