https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/automobilindustrie/detroit-auto-show-automesse-debattiert-umweltauflagen-11597406.html

Detroit Auto Show : Automesse debattiert Umweltauflagen

  • -Aktualisiert am
Fast 40 Weltpremien werden auf der Automesse in Detroit vorgestellt
          4 Min.

          Das Automobiljahr beginnt traditionell dunkel, kalt und mit Schnee. Die Spitzenmanager der Branche treffen sich an diesem Montag wie jedes Jahr um diese Zeit auf der Motor Show in Detroit - die Stadt liegt im von der Autoindustrie dominierten nördlichen Bundesstaat Michigan, nahe der kanadischen Grenze und ist der Stammsitz des größten Herstellers der Welt General Motors. Dieses Mal dürfte die Stimmung in der „Cobo Hall“ wieder recht gut sein. Denn trotz der Staatsschuldenkrise sind die Aussichten für die Branche solide.

          Wachstum mit verringertem Tempo

          Das Wachstum der wichtigsten Märkte in China, den Vereinigten Staaten und Japan hält an - wenn auch mit verringertem Tempo und verbunden mit Rückgängen in Westeuropa. Global wird der Automarkt 2012 wohl um 3 bis 4 Prozent wachsen - nach 5 Prozent im vorigen Jahr. Die Wirtschaftsflaute in Südeuropa jedoch wirkt sich unmittelbar auf den Absatz von Autos aus, da Verbraucher in schlechten Zeiten größere Anschaffungen scheuen.

          Ein Einbruch wie in den Jahren 2008 und 2009, als viele Autohersteller nur durch staatliche Abwrackprämien und Milliardenkredite der öffentlichen Hand überlebten, steht aller Voraussicht nach nicht bevor. Aber Konzerne wie Peugeot, die in Nordamerika nicht vertreten sind, haben es schwer. Da der amerikanische Markt mit verringertem Tempo weiter wächst, kann etwa der Rivale Fiat über seine Tochtergesellschaft Chrysler die Schwierigkeiten im Heimatmarkt Europa ausgleichen. Das gleiche gilt für Renault mit dem in Amerika starken Allianzpartner Nissan. Noch besser sieht es für die deutschen Hersteller aus, die in Amerika 2011 mit zweistelligen Wachstumsraten zugelegt haben.

          Volkswagen, Daimler und BMW werden sich in Detroit erste Aussagen zu 2012 entlocken zu lassen. Amerika wird für die deutsche Autoindustrie immer wichtiger, der lange Zeit geringe Marktanteil der Deutschen ist dort inzwischen deutlich angestiegen. „Jeder achte Personenwagen, der in den Vereinigten Staaten neu zugelassen wird, trägt ein deutsches Markenzeichen“, sagt Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbands VDA. Etwas mehr als 1 Million Autos haben Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen im Jahr 2011 in den Vereinigten Staaten verkauft.

          Und auch im laufenden Jahr wird der amerikanische Markt noch einmal wachsen - von 12,8 Millionen auf 13,5 Millionen Einheiten, wie das CAR-Institut der Universität Duisburg schätzt. Daimler und BMW wollen ihre Werke in Alabama und South Carolina ausbauen, Volkswagen hat in Tennessee gerade die Fabrik in Chattanooga für eine Billigversion des Passat eröffnet. Audi und Porsche könnten bald folgen. Der geplante Bau der Mercedes C-Klasse von Daimler in Tuscaloosa und die gerade angelaufene Produktion des Geländewagens X3 von BMW in Spartanburg sind die jüngsten Schritte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.