https://www.faz.net/-gqe-6wtuf

China : Porsche plant Formel-1-Strecke in Schanghai

Mit Vollgas in China Bild: picture alliance / LAT Photograp

Porsche plant eine eigene Rennstrecke in Schanghai, die bereits nächstes Jahr in Betrieb gehen soll. Der Parcours dürfte sich an einem Vorbild in Sachsen orientieren.

          Weil der Absatz von Porsche nirgendwo auch nur annähernd so schnell wächst wie in China, plant der Stuttgarter Autohersteller jetzt eine eigene Motorsport-Rennstrecke in Schanghai. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll sie 2013 in Betrieb gehen. Die Internationalen Automobilsportverband FIA soll die Strecke zertifizieren, dass sie für die Formel 1 genutzt werden kann. In China gibt es erst eine Formel-1-Piste, ebenfalls in Schanghai, wo der Große Preis von China ausgetragen wird. Porsche bestätigte, auch in Atlanta und Los Angeles ähnliche Pisten eröffnen zu wollen, wie er sie bereits im englischen Silverstone und in Leipzig unterhält.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Der Porsche-Kurs in Schanghai dürfte sich am sächsischen Vorbild orientieren: Die FIA-zertifizierte Strecke in Leipzig hat der deutsche Bauingenieur und Rennfahrer Hermann Tilke entworfen, Architekt des „Shanghai International Circuit“ der Formel 1, der auch an den neuen amerikanischen Porsche-Projekten beteiligt ist. Auf der Strecke am Werk Leipzig - dort werden der Cayenne und der Panamera gefertigt - werden seit dem Jahr 2002 keine Rennen, sondern Test- und Kundenfahrten abgehalten. Auch die neuen Kurse in Schanghai und Amerika, die „Driving Experience Center“ heißen, wenden sich weniger an Rennfahrer denn an potentielle Käufer, um ihnen außerhalb des Straßenverkehrs die Sportlichkeit der Fahrzeuge zu demonstrieren.

          Noch vor den Vereinigten Staaten und Deutschland

          China ist seit 2009 der größte Neuwagenmarkt der Welt. Besonders erfolgreich sind die deutschen Hersteller, von ihnen wächst Porsche am schnellsten: 2011 nahm der Absatz um fast 65 Prozent auf 24.340 Einheiten zu. Bei Audi und BMW betrugen die Zuwächse 37 Prozent, bei Mercedes 35 Prozent, bei VW 14 Prozent. Gegen den Trend ist das Wachstum bei Porsche im Jahr 2011 gestiegen, während es im Gesamtmarkt abgenommen hat.

          China könnte schon 2012 der wichtigste Markt für Porsche sein, noch vor den Vereinigten Staaten und Deutschland. In der Heimat betrug die Zunahme 2011 rund 13 Prozent auf 15000 Fahrzeuge, in Amerika waren es 15 Prozent auf 29.000 Stück. Schon jetzt ist China der bedeutendste Markt für den Cayenne.

          Urlaubszeit bringt traditionell ein Verkaufshoch

          Um seine Kunden bei Laune zu halten, unterhält Porsche in Peking außerdem seine einzige Erlebniswelt („Porsche Experience“) im Edel-Einkaufszentrum „Village“. Man kann hier keine Autos kaufen, sondern die Marke kennenlernen. Der Anteil von Erstkäufern ist viel höher ist als im Westen, genau so wie der Frauenanteil.

          Die Kunden sind um zehn Jahre jünger, zwischen 35 und 45 Jahre alt. Im Erdgeschoss der „Porsche Experience“ sind legendäre Modelle im Original ausgestellt, etwa eines der nur zehn gefertigten Exemplare der Jubiläumsedition eines 911 Turbo S. Mit den 3,5 Millionen Yuan (440.000 Euro) teuren Fahrzeugen hat Porsche unlängst sein zehnjähriges Bestehen in China gefeiert. Im ersten Stock rollen Kinder auf Spielzeug-Porsches umher, die Silhouette eines alten 356 Speedster dient als nostalgische Fotokulisse. In den ersten drei Monaten nach der Eröffnung haben sich in dem Zentrum mehr als 70.000 Besucher gezeigt. Vor dem chinesischen Neujahr in der nächsten Woche dürfte es hier und in den rund 40 Porsche-Verkaufsstellen in ganz China einen weiteren Ansturm geben. Die Urlaubszeit bringt Autoherstellern traditionell ein Verkaufshoch.

          Weitere Themen

          Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?

          650.000 Seiten Klageschrift

          Ein Lastwagen voller Papier : 650.000 Seiten Klageschrift

          Eine Lastwagenladung mit 650.000 Seiten Papier hat am Montag das Büro der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart erreicht. Die Anwälte vertreten Daimler im Prozess um ein Lkw-Kartell.

          Pilotenheld kritisiert Boeing Video-Seite öffnen

          „Sully“ schlägt Alarm : Pilotenheld kritisiert Boeing

          Mehrere Piloten fordern den US-Flugzeugbauer Boeing auf, Piloten besser zu schulen, bevor die Flieger vom Unglückstyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten wieder fliegen dürfen. Die von Boeing angebotenen Schulungen reichten nicht aus, sagt unter anderem Chesley "Sully" Sullenberger. Er schrieb mit der geglückten Notlandung mit einem Airbus auf dem Hudson in New York 2009 Geschichte.

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?
          Der Europarat in Straßburg

          Stimmrecht im Europarat : Die Russen sind schon in der Stadt

          Ein Akt der Verzweiflung in 220 Teilen: Wie die Ukraine versucht, in letzter Minute die Aufhebung der Sanktionen gegen die russischen Abgeordneten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zu verhindern.

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.