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Automobilindustrie : Abgewrackte Politik

  • -Aktualisiert am

Die Autohersteller haben die Abwrackprämie im Jahr 2009 als großen Erfolg gefeiert. Jetzt leiden sie an den Spätfolgen.

          Es war völlig klar, dass die Quittung eines Tages kommen würde - und sie wird den europäischen Autoherstellern nun mit großen Schwung präsentiert: Die Abwrack- oder Umweltprämien, die in Deutschland und anderen europäischen Ländern im Jahr 2009 gezahlt wurden, sorgen nach der Schätzung von Fachleuten allein hierzulande dafür, dass seither jedes Jahr zwischen 100.000 und 300.000 Neuzulassungen fehlen.

          Der vermeintlich große Lobby-Erfolg der Industrie hat damals allein den deutschen Steuerzahler 5 Milliarden Euro gekostet. Die schon zu jener Zeit fällige Bereinigung der Produktionsstrukturen in Europa aber wurde entscheidend verzögert.

          Nun könnte man argumentieren, dass die Prämie die Folgen der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise seinerzeit stark gemildert habe. Diese Argumentation aber ist unseriös. Das zeigt sich daran, dass die Anpassung nur in die Zeit der nächsten Krise verlagert worden ist.

          Und so lange Europa gegen seine Staatsschuldenkrise kämpft, kommen die für die Massenhersteller so wichtigen südeuropäischen Märkte gewiss nicht auf die Beine. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Politiker sollten Steuergeld nicht für eine solche Marktbeeinflussung verschwenden.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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