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Automobile : VW weiter auf unsicherer Spur

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Analyst Jürgen Pieper (Bankhaus Metzler): "Sprung ins kalte Wasser wird sich auszahlen" Bild: dpa-Bildfunk

Nach dem Rekordjahr 2001 hat VW ehrgeizige Ziele. Trotz sinkender Absatzzahlen soll das Ergebnis 2002 auf ähnlichem Niveau bleiben.

          VW-Chef Ferdinand Piech hinterlässt seinem Nachfolger eine Rekordbilanz: Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr den operativen Gewinn um 34,8 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gesteigert.

          Für das laufende Quartal rechnet der designierte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder mit einem konzernweiten Absatzrückgang von 6,5 Prozent auf 1,184 Millionen Fahrzeuge. Rückläufig ist der Absatz vor allem bei der Marke VW. Dort erwartet Pischetsrieder einen Rückgang um neun Prozent. Bei der Markengruppe Audi rechne der Konzern dagegen mit einem Zuwachs um 1,7 Prozent.

          Trotz der sinkenden Absatzzahlen will sich VW auch in diesem Jahr auf dem Niveau behaupten. „Es ist unser Ziel, das Rekordergebnis 2001 mindestens zu halten“, sagte Pischetsrieder, der Mitte April an die VW-Spitze vorrücken wird.

          Die Marke VW muss Einbußen hinnehmen

          „Alles andere als zufriedenstellend“

          Der Automobilmarkt entwickele sich besonders in Westeuropa und in den USA „alles andere als zufriedenstellend“, sagte Pischetsrieder. Der Anteil von VW am Weltautomobilmarkt werde jedoch weiter wachsen. 2001 hielt VW einen Marktanteil von 12,5 Prozent.

          Im ersten Quartal 2002 wird das Ergebnis daher laut Pischetsrieder unter dem Vorjahr liegen. Grund seien auch Restrukturierungskosten in Argentinien von 105 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2001 betrug das Ergebnis vor Steuern den Angaben zufolge 1,245 Milliarden Euro.

          VW hatte 2001 bei einem Umsatz von 88,54 Milliarden Euro einen Gewinn nach Steuern von knapp 2,93 Milliarden Euro erzielt. Der scheidende VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech wies darauf hin, dass mit einer Kapitalrendite von 9,4 Prozent erstmals das Ziel von mehr als neun Prozent erreicht worden sei.

          VW will profitabler werden

          Laut Pischetsrieder hat der Konzern im vergangenen Jahr durch Kostensenkungsprogramme rund eine Milliarde Euro eingespart. Auch in diesem und den kommenden Jahren werde das Unternehmen weiter an der Profitabilität arbeiten. Dazu trage auch der elektronische Einkauf (B2B) bei, der die Kosten „dramatisch senkt“. Rabattprogramme, wie derzeit bei vielen Mitbewerbern in den USA üblich, soll es bei VW auch künftig nicht geben.

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