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Automobile : Regierungshilfe für Fiat

  • Aktualisiert am

Italienische Traditionsmarke Fiat unter Druck Bild: dpa

Die italienische Regierungsspitze hat dem von einer Absatzkrise und Verlusten geplagten Autokonzern Fiat Hilfe zugesagt.

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          Die italienische Regierungsspitze hat dem von einer Absatzkrise und Verlusten geplagten Autokonzern Fiat Hilfe zugesagt. Außerdem sollten die Hausbanken von Fiat ihre Kredite in Eigenkapital umwandeln. Fiat hatte vergangenen Mittwoch die Streichung weiterer 8.100 von derzeit rund 35.000 Stellen angekündigt.

          Die von der Schließung bedrohten Autofabriken besonders im strukturschwachen Sizilien sollten mittels eines „Finanz- und Industrieprogrammes“ gesichert werden, sagte Regierungschef Silvio Berlusconi nach einem Krisengespräch mit der Fiat-Führung am Sonntagabend in der Nähe von Mailand. Seine Regierung suche nach Wegen, die Autobranche zu stärken, sagte Berlusconi. Diese sollten wie von der Europäischen Union gefordert den Gesetzen des Marktes gehorchen, hieß es weiter.

          Italien sei sich der Regeln der Europäischen Union (EU) zu Staatshilfen bewusst, hatte am Samstag der stellvertretende Ministerpräsident Gianfranco Fini gesagt.

          Denkbar: Fiat ohne Agnellis

          Ziel der Aktion sei die Sicherung von Produktionskapazitäten in Italien und der vorgezogene Verkauf der Autosparte an den strategischen Partner General Motors. GM besitzt bereits 20 Prozent von Fiat-Auto und könnte nach den bislang gültigen Verträgen die restlichen 80 Prozent von 2004 an erwerben.

          Da sich der Autohersteller operativ und finanziell aber in einer erheblichen Schieflage befindet, sei die Gründerfamilie Agnelli bereit, sich vorzeitig aus dem Stammgeschäft zurückzuziehen. Vor allem Umberto, der jüngere Bruder des Ehrenpräsidenten Giovanni, dringe nun auf eine rasche Lösung, zitierte das „Handelsblatt“ einen Fiat-Insider.

          Gerüchte: Fusion von Opel und Fiat

          Bankenkreise verwiesen dem Blatt zufolge darauf, dass der vorzeitige Verkauf der Auto-Sparte nur denkbar sei, wenn Fiat-Auto aus dem Konzern herausgelöst werde und die Holding einen Teil der Schulden übernehme. Der Staat werde dann über eine öffentliche Agentur frische Mittel gegen eine Beteiligung in das Unternehmen pumpen. Fiat-Auto benötigt neues Kapital in Höhe von drei bis vier Milliarden Euro.

          Händler von Unternehmensanleihen berichten am Montagmorgen von einem zunehmenden Kaufinteresse der Anleger bei den Anleihen der Fiat SpA, Turin. Es herrsche Optimismus bezüglich der Gewährung staatlicher Hilfen. Die Euro-Anleihe mit Laufzeitende 2011 klettert um 200 Basispunkte auf 83,5 Prozent, jene mit Laufzeitende 2005 steigt um ebenfalls 200 Basispunkte auf 93,5 Prozent.

          Gerüchte über eine Zusammenlegung der deutschen General Motor-Tochter Opel und Fiat-Auto machten am Wochenende in Italien die Runde.

          Nach den Worten von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti darf die italienische Regierung dem Autohersteller Fiat nur mit EU-Zustimmung Staatshilfen geben. Dies habe er Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi mitgeteilt, sagte Monti am Montag in Brüssel. Die EU werde aber Rettungsinitiativen Italiens für Fiat beschleunigt prüfen, fügte er hinzu.

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