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Automobile : Mercedes erwartet Absatzstagnation

  • Aktualisiert am

Visionen für die Zukunft Bild: dpa/dpaweb

Trotzdem verbreitet man bescheidenen Optimismus - Die anstehenden Modellwechsel sollen den Trend stoppen. Im Frühjahr kommt der neue SLK und im Herbst die nächste Generation der A-Klasse.

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          Der Absatz von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz wird im laufenden Jahr stagnieren. "Wir glauben, daß wir 2004 das gleiche Absatzniveau erreichen wie im vergangenen Jahr", sagte Mercedes-Benz-Markenvertriebsvorstand Joachim Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung auf der Automesse in Detroit. 2003 hat Mercedes-Benz als Teil der Mercedes Car Group, zu der außerdem die Marken Smart und Maybach gehören, knapp 1,1 Millionen Fahrzeuge verkauft - 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor.

          Schmidt begründete die verhaltenen Erwartungen für das laufende Jahr mit den anstehenden Modellwechseln: Der neue SLK komme zwar schon im Frühjahr, aber die volumenstarke neue A-Klasse erst im September auf den Markt. Außerdem rechnet Schmidt mit wenig Rückenwind vom Markt: In Amerika werde der Gesamtmarkt nur leicht auf etwa 17 Millionen Fahrzeuge steigen.

          Positiver Absatztrend

          Auch in Westeuropa erwartet Schmidt allenfalls eine leichte Erholung, wobei Deutschland mit einem Plus bei den Neuzulassungen von 5 Prozent auf ungefähr 3,4 Millionen Einheiten zum Motor der Aufwärtsbewegung werden könne. Wegen der Modellwechsel werde Mercedes hierzulande aber schwächer wachsen als der Markt. Außerdem agiere Mercedes-Benz mit einem Marktanteil von mehr als 11 Prozent in Deutschland bereits auf einem sehr hohen Niveau, das nur von Volkswagen übertroffen werde. "Das macht es besonders schwierig, nochmals deutlich zuzulegen."

          Binnen zehn Jahren, so kündigte Schmidt an, soll der Absatz von Mercedes-Benz auf 1,5 Millionen Fahrzeuge klettern; die gesamte Mercedes Car Group soll dann rund 1,8 Millionen Einheiten im Jahr verkaufen. Auf dem Weg dahin rechnet Schmidt schon 2005 mit einem kräftigen Wachstumsschub. Der positive Absatztrend soll einhergehen mit besseren Ergebnissen: "Ich glaube, daß wir unsere Ertragskraft mittelfristig stärken können." Im dritten Quartal 2003 stagnierte das Betriebsergebnis der Mercedes-Gruppe bei 793 Millionen Euro. Gleichwohl war sie damit einmal mehr der mit Abstand größte Ertragsbringer im Daimler-Chrysler-Konzern.

          Markenreinheit vor Synergie

          Der Schlüssel zu einer höheren operativen Rendite, die zuletzt bei 5,9 Prozent lag, liege in der steigenden Zahl der Varianten innerhalb der einzelnen Modellfamilien. "Wegen der Ausweitung des Produktangebots wird insbesondere die Profitabilität im A-Klasse- und M-Klasse-Segment weiter steigen", sagte Schmidt und nannte den auch in Detroit vorgestellten Mercedes Grand Sports Tourer als Beispiel. Dieser Großraumwagen, der Mitte 2005 in Amerika auf den Markt kommen soll, sei gewissermaßen ein Verwandter der M-Klasse. Gleichzeitig geht Schmidt davon aus, die hohe Ertragskraft von S-, E- und C-Klasse halten zu können.

          Mercedes profitiere zudem von dem kostensenkenden Einkaufsverbund mit Chrysler, wobei man nur solche Gleichteile verwende, die der Kunde nicht sehe - wie zum Beispiel Gebläsemotoren oder Kühlaggregate. Dahinter steckt die große Angst, die Premium-Marke Mercedes-Benz durch eine zu enge Verbindung zum Massenhersteller Chrysler zu verwässern. "Im Zweifel steht die Markenreinheit vor einer möglichen Synergie", beteuerte Schmidt.

          In Amerika hat Mercedes-Benz den Absatz 2003 trotz des insgesamt rückläufigen Marktes für Personenkraftfahrzeuge um 2,6 Prozent auf 218.700 Automobile erhöht, wozu hauptsächlich die E-Klasse beitrug, deren Verkäufe um 31 Prozent zulegten. Schmidt betonte, daß sich Mercedes nicht an den Rabattschlachten in Amerika beteiligt habe und dies auch in Zukunft nicht tun werde.

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