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Automobile : Hoffnungsträger E-Klasse

  • Aktualisiert am

Brüsseler Weltpremiere aus Stuttgart: die E-Klasse Bild: dpa

Mit dem neuen E-Klasse-Modell schickt Mercedes einen seiner Haupt-Imageträger ins Rennen um Marktanteile.

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          Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz ist der große Hoffnungsträger für den Autokonzern DaimlerChrysler in schweren Zeiten. „Wir segeln hart am Wind in stürmischer See“, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert am Dienstag bei der Weltpremiere der Limousine in Brüssel zur Lage der Branche.

          Das 4,82 Meter lange Flaggschiff der oberen Mittelklasse, dessen Vorstellung einem Stapellauf nachempfunden war, bekommt unter anderem als erste Großserienlimousine das aus dem SL bekannte neue elektrohydraulische Bremssystem (SBC) und als Weltneuheit einen Multikontursitz, dessen Seitenführung sich je nach Fahrweise automatisch verstellt.

          Imageträger und Umsatzgarant

          Hubbert erwartet, dass von der E-Klasse im Verlauf ihres Lebenszyklus' etwa zehn Prozent mehr Einheiten als vom Vorgängermodell (Absatz 1,4 Millionen Stück) abgesetzt werden. Schon vor der Präsentation hatte sich Hubbert zufrieden darüber geäußert, dass die E-Klasse in einem Jahr auf den Markt kommt, das auch für Mercedes-Benz trotz der neuerlichen Rekordzahlen 2001 nicht leicht zu werden verspricht.

          Die E-Klasse ist in ihrer über 50-jährigen Geschichte zu dem typischen Mercedes-Benz geworden, der in großen Stückzahlen (10,9 Millionen) die klassische Klientel der Stuttgarter angesprochen hat. „Die E-Klasse ist ein herausragender Imageträger, aber auch Umsatz- und Ertragsgarant unseres Unternehmens“, hob Hubbert ihre Bedeutung hervor.

          Mit Reaktion auf BMW-Vorlage

          Die Limousine kommt nach 48 Monaten Entwicklungszeit und Investitionen von über zwei Milliarden Euro ab Mitte März zu den Kunden in Europa. Die Preisliste beginnt bei 30.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Mercedes will sich mit dem Auto nach eigenen Aussagen an der Spitze in der oberen Mittelklasse behaupten. Allein in Westeuropa entscheiden sich nach Unternehmensangaben in dem entsprechenden Fahrzeugsegment 28 Prozent der Käufer für die E- Klasse, in Deutschland seien es 37 Prozent.

          Das neue Modell kommt zunächst mit drei Benzin- und zwei neuen Dieselmotoren auf den Markt. Die Frontpartie hat mit zwei Doppelscheinwerfern das 1995 erstmals eingeführte Vier-Augen-Gesicht behalten. Zu den Neuerungen zählt auch ein weiterentwickeltes Luftfedersystem, das mit Mikrosensoren gleichzeitig Federn und Dämpfer steuert.

          Besonders viel Wert wird bei Mercedes auf die sichere und leichte Bedienbarkeit der elektronischen Features gelegt - ein kleiner Seitenhieb auf die 7er-Reihe von BMW und ihr viel diskutiertes Bordsystem. Das neue Bedien- und Anzeigesystem von Mercedes kann aber erst Ende des Jahres geliefert werden, weil dem Hauslieferanten Bosch nach technischen Problemen der Auftrag entzogen worden war und Mercedes kurzfristig zwei Konkurrenten damit betraut hatte.

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