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Automobile : Detroiter Autoshow in Krisenstimmung

  • Aktualisiert am

Die Automobilbranche hebt 2002 nicht ab Bild: dpa

Die weltgrößte Autoshow in Detroit ist von düsteren Prognosen überschattet. Ford wird wohl 20.000 Jobs abbauen.

          2 Min.

          Die größte Autoshow der Welt in Detroit wird in diesem Jahr von düsteren Aussichten für die Branche überschattet. Die in der Automobilmetropole im US-Bundesstaat Michigan versammelten Manager und Händler wird vor allem die Frage beschäftigen, wie rasch sich ihr größter Absatzmarkt von den Nachwirkungen der Terroranschläge des 11. September erholen kann.

          Zwar sahen die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten im abgelaufenen Jahr gar nicht so schlecht aus. Doch allgemein wird damit gerechnet, dass es bis zum Frühjahr zu einem Einbruch bei den Neuzulassungen in den USA kommt.
          Der Autoverkauf schrumpfte in den USA im vergangenen Jahr nur leicht um 1,3 Prozent auf 17,18 Millionen Stück. Damit wurde die Rekordzahl von 17,4 Millionen aus dem Jahr 2000 nur leicht verfehlt. Jedoch wurde die Bilanz durch die zahlreichen Sondervergünstigungen verzerrt, die vor allem die US-Hersteller Ford und General Motors (GM) seit dem 11. September gewährten.

          Rabatte schönen Verkaufszahlen

          Die besonders hohen Rabatte und zinslosen Darlehen veranlassten viele Kunden dazu, ihren ohnehin geplanten Autokauf vorzuziehen. Deshalb rechnen die Experten damit, dass es innerhalb der nächsten Monate zu einem Einbruch beim Autoabsatz kommt. Zwar wird für das zweite Halbjahr 2002 eine Erholung der Branche erwartet. Doch gehen die Prognosen von insgesamt nur 15 Millionen neu verkauften Autos 2002 in den USA aus, was ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr wäre. GM, das 2001 nach jahrelangen Rückgängen seinen Marktanteil in den USA bei rund 28 Prozent stabilisieren konnte, will trotz der eher pessimistischen Prognosen seine Produktion im ersten Quartal 2002 ankurbeln: Sie soll gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 1,3 Millionen Wagen steigen.

          Ford mit weiteren schlechten Nachrichten

          Ford dagegen will seine Produktion drosseln: Sie soll mit 980.000 Wagen neun Prozent unter dem ersten Quartal des Vorjahres liegen. Der Branchengigant plant offenbar massive Reduzierungen bei Personal und Produktion. „Angst Crashes Auto Party“ titelte eine Sonntagszeitung der amerikanischen „Auto-Hauptstadt“ Detroit mit Blick auf eine anstehende Mitteilung Fords zu einem Restrukturierungsprogramm im Zuge der Wirtschaftsschwäche in den USA. „Wir befinden uns derzeit inmitten eines schmerzhaften, aber notwendigen Umbaus unseres Unternehmens", sagte später Ford-Chef William Clay Ford Jr. und kündigte zugleich für Ende dieser Woche tatsächlich eine Bekanntmachung seines Konzerns an. Berichten der Financial Times zufolge wird Ford rund 20.000 Jobs abbauen. Zudem sollen Produktionsstätten geschlossen werden, um die Überkapazitäten abzubauen

          Beginn der Autoshow am Mittwoch

          Die Autoshow öffnet für Branchenvertreter am Mittwoch ihre Pforten, vom 12. bis 21. Januar ist dann das allgemeine Publikum zugelassen. Große Aufmerksamkeit dürften erneut die deutschen Modelle auf sich ziehen. Autos made in Germany gehören in den USA zum gehobenen Standard und sind dort relativ immun gegen Konjunkturschwankungen. Im Unterschied zu vielen anderen Branchenkollegen können deshalb die deutschen Automanager relativ gelassen nach Detroit reisen. BMW etwa konnte seine Verkaufzahlen in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um stolze 12,5 Prozent steigern. In Detroit will das Unternehmen seine neue 7er-Reihe in den Mittelpunkt stellen. Porsche wiederum will seine neue 911-Variante GT2 in Detroit als Weltpremiere vorstellen.

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