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Automobile : Daimler-Chrysler verjüngt den Vorstand

  • Aktualisiert am

Neu im Vorstand: Wolfgang Bernhard (li.) und Bodo Uebber Bild: dpa/dpaweb

Der 43jährige Wolfgang Bernhard leitet künftig Mercedes, Bodo Uebber (44) folgt Manfred Gentz als Finanzvorstand. Der Vertrag von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp wird bis 2008 verlängert.

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          Jürgen Schrempp soll nach dem Willen des Daimler-Chrysler-Aufsichtsrats noch bis 2008 Vorstandschef des Stuttgarter Autokonzerns bleiben. Zugleich verjüngt Daimler-Chrysler den Vorstand weiter.

          „Der Aufsichtsrat hat sich einstimmig für eine Verlängerung des Mandats von Jürgen Schrempp ausgesprochen und beabsichtigt, ihn in seiner nächsten Sitzung für weitere drei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden zu bestellen", teilte Daimler-Chrysler am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Vertrag des 59jährigen wäre im April 2005 ausgelaufen. Nach Aktienrecht kann der Vertrag erst nach der Hauptversammlung am 7. April formal verlängert werden.

          Deutliche Vertragsverlängerung für Schrempp

          Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Arbeitnehmervertreter hatten bereits in den vergangenen Wochen signalisiert, an Schrempp fest halten zu wollen. In der Branche und im Konzern war aber nur mit einem Zweijahresvertrag gerechnet worden.

          Deutliche Verlängerung für Jürgen Schrempp
          Deutliche Verlängerung für Jürgen Schrempp : Bild: dpa/dpaweb

          Der Wechsel an der Spitze des wichtigsten Ertragsbringers von Daimler-Chrysler, Mercedes, geht früher als erwartet über die Bühne. Der 43jährige Wolfgang Bernhard, bisher zweiter Mann bei der amerikanischen Tochter Chrysler hinter Dieter Zetsche, wechselt zum 1. Mai zurück nach Stuttgart und soll nach einer dreimonatigen Übergangsphase am 1. August die Führung der Sparte von Jürgen Hubbert übernehmen. Zugleich wird Bernhard vom stellvertretenden zum ordentlichen Vorstandsmitglied befördert.

          Der 64jährige Hubbert, dessen Vertrag bis April 2005 läuft, bleibt zunächst im Vorstand. Wie bisher soll er sich als Leiter des Executive Automotive Committee (EAC) weiter um die Abstimmung der weltweiten Modellpolitik aller Pkw-Konzernmarken kümmern.

          Zweiter Nordamerikaner im Vorstand

          Mit dem Kanadier Tom LaSorda rückt neben Chrysler-Einkaufschef Thomas Sidlik ein zweiter Nordamerikaner in den Konzernvorstand ein. Der bisherige Leiter der Produktion von Chrysler folgt Bernhard dort zum 1. Mai 2004 als Chef des operativen Geschäfts (COO). LaSorda war 2000 von GM zu Chrysler gestoßen. 1991 hatte er das Opel-Werk in Eisenach aufgebaut.

          Neuer Finanzvorstand von Daimler-Chrysler wird wie erwartet Bodo Uebber. Sein Vorgänger Manfred Gentz, geht zum 16. Dezember dieses Jahres in den Ruhestand. Uebber, der erst seit Dezember 2003 Chef der Dienstleistungssparte Daimler-Chrysler Services in Berlin ist, soll dieses Amt neben dem Posten des Finanzvorstands behalten.

          Nicht neu besetzt wird die Position des Entwicklungschefs für Mercedes-Pkw. Die Aufgaben von Hans-Joachim Schöpf, der Ende Juli in den Ruhestand geht, soll Forschungsvorstand Thomas Weber zusätzlich übernehmen.

          Schrempps umstrittene Strategie

          Schrempp steht seit 1995 an der Spitze der damaligen Daimler-Benz AG. Drei Jahre später begann er mit der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler, seine Vision einer „Welt AG“ umzusetzen. Kurz darauf beteiligte sich die neue Daimler-Chrysler AG als größter Aktionär (37 Prozent) am japanischen Autobauer Mitsubishi. Hohe Verluste bei Chrysler und den Japanern sorgten immer wieder für großen Unmut der Aktionäre des Stuttgarter Autokonzerns.

          Für Aufsehen sorgte außerdem der noch nicht entschiedene Prozeß des amerikanischen Investors Kirk Kerkorian, der die Fusion mit Chrysler als Übernahme bezeichnet und von Daimler-Chrysler hohen Schadenersatz will.

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