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Automobile : Daimler-Chrysler mit höherem Betriebsgewinn

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Bild: FAZ.NET

Der Stuttgarter Automobilkonzern hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr bestätigt. Der Konzern werde den operativen Gewinn über den Vorjahreswert steigern. Chrysler zeigt sich verbessert.

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          Deutlich gesteigerte Gewinne bei der amerikanischen Tochter Chrysler und im Nutzfahrzeug-Geschäft haben den operativen Gewinn des Stuttgarter Autobauers Daimler-Chrysler im ersten Quartal nach oben getrieben. Sie machten die Belastung aus dem mißglückten Lkw-Mautprojekt „Toll Collect“ mehr als wett.

          Das operative Ergebnis habe sich gegenüber Vorjahr um zehn Prozent auf 1,54 Milliarden Euro erhöht, teilte Daimler-Chrysler am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Zahl lag am oberen Ende der Erwartungen von der Nachrichtenagentur Reuters befragter Analysten, die im Mittel mit 1,37 Milliarden gerechnet hatten. Der Konzernüberschuß fiel mit 393 (Vorjahr: 588) Millionen Euro dagegen ein Drittel geringer aus als vor einem Jahr und verfehlte damit die Erwartungen der Experten deutlich. Der Umsatz schrumpfte wegen der Schwäche des Dollar um drei Prozent auf 32,35 Milliarden Euro.

          Höheren Gewinn in Aussicht gestellt

          Die Daimler-Chrysler-Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen am Mittag einen Teil ihrer Kursgewinne ab, setzte sich mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 38,76 Euro aber immer noch klar vom negativen Trend des Marktes ab.

          Für das gesamte Jahr 2004 stellte Daimler-Chrysler einen höheren operativen Gewinn in Aussicht. Vergleichsmaßstab dafür sind die 5,1 Milliarden Euro, die der Konzern im vergangenen Jahr ohne die Sanierungskosten für Chrysler und den Verkauf von MTU Aero Engines erwirtschaftet hatte. Bisher hatte der Konzern nur von einer erwarteten leichten Steigerung gesprochen.

          Daimler-Chrysler verteidigte die Entscheidung, sich an der milliardenteuren Sanierung von Mitsubishi Motors nicht zu beteiligen. Die Auswirkungen der operativen Verluste und des Ausstiegs ließen sich zwar nicht genau abschätzen, seien jedoch deutlich geringer als dies der Fall gewesen wäre, wenn sich das Unternehmen an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligt hätte.

          Chrysler verbessert

          Die amerikanische Tochter Chrysler verdoppelte ihr operatives Ergebnis auf 298 Millionen Euro und rechnet nun auch für 2004 mit einem deutlich positiven Ergebnis. Bisher hatte Chrysler-Chef Dieter Zetsche nur die Rückkehr in die Gewinnzone versprochen. Dagegen blieb die Pkw-Sparte von Mercedes mit 639 Millionen Euro operativem Gewinn um sieben Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Dieser Rückstand soll mit Hilfe neuer Modellen aber bis Jahresende aufgeholt werden. Mit Lkw und mit Bussen verdiente Daimler-Chrysler im ersten Quartal 268 (2003: 47) Millionen Euro. Toll Collect belastete das Ergebnis der profitablen Dienstleistungssparte mit 279 Millionen Euro. Ihr operativer Gewinn könne daher 2004 unter das Vorjahresniveau sinken.

          Am Donnerstag nachmittag trifft sich der Aufsichtsrat in New York, um über die künftige Asien-Strategie und möglicherweise auch über die Zukunft von Vorstandschef Jürgen Schrempp zu beraten.

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