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Automobile : Bitters Comeback

Erich Bitter versucht es noch einmal Bild: F.a.Z. Frank Röth

In den Siebzigern war es schick, ein Coupe von Erich Bitter zu fahren. Dann wurde es ruhig um den Unternehmer. Zur Messe in Genf meldet er sich mit einem neuen CD-Modell zurück.

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          Neulich hat Günther Jauch nach ihm gefragt. "Wer ist eine Auto-Legende?" lautete die Quizfrage des RTL-Moderators. Der Kandidat antwortete, ohne zu zögern: Erich Bitter. Die Auto-Legende hört so was gern. "Ist doch schön, oder?" Bitter sitzt munter in seinem Büro in Braunschweig, das mit dem rustikalen Eichenschrank und der gelbbraunen Ledercouch aussieht wie ein Wohnzimmer, umgeben von all den Erinnerungsstücken an ruhmreiche Zeiten. An die besseren Tage, als Bitter 1974 sein erstes Sportcoupe baute, erinnern viele kleine Modellautos. Ein großes Bild zeigt ihn als jungen Rennfahrer in einem Abarth, mit dem er 1969 bei der Targa Florio siegte.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Alles Geschichte. Heute ist Bitter 70 Jahre alt, sieht aber aus wie ein Endfünfziger. Und fühlt sich, wie er mit Strickpulli und schwarzer Lederhose dasitzt, offenkundig noch jünger. Für Erich Bitter, diesen Eindruck erweckt der so schnell erzählende und immens beschäftigt wirkende Unternehmer, scheint die Zeit stehengeblieben. Er will weitermachen. Noch einmal ein Traumauto auf die Straße bringen. Dieser Gedanke hat ihn auch nach mehreren Rückschlägen und einem Beinahe-Konkurs nie mehr losgelassen. Deshalb fährt Bitter zum Genfer Autosalon und präsentiert dort ein neues, serienreifes Modell. "Nach 30 Jahren wird es wieder einen CD geben", verspricht er. "CD", das steht für "Coupe Diplomat". So hieß auch Bitters erstes Edel-Coupe, das damals die deutsche Prominenz fuhr. Paul Breitner oder Rosi Mittermaier schworen auf Bitter.

          Qualität, zu teuer für den Maybach

          Seine Duzfreunde "Paul" und "Rosi", so spricht Bitter auch heute noch von ihnen, sollen bald wieder in einem Bitter sitzen. Der neue Sportwagen basiert auf dem australischen Holden Monaro: Die General-Motors-Tochter greift auf den Baukasten von Opel zurück. Und das hat Erich Bitter auch damals bei seinem ersten CD getan. "Ich kannte ja den Bob Lutz sehr gut. Der war damals bei Opel und hat mir den 5,4-Liter-Motor des ,Diplomat' verkauft", schwelgt Bitter. Praktisch ohne eigene Mittel, nur mit seinem persönlichen Einsatz und seinem Namen hat er das Kunststück fertiggebracht, ein schönes Auto zu bauen. Er hat Leute wie Bob Lutz gefunden, die an ihn glaubten. "Ich lebe von meinen Beziehungen", weiß Bitter.

          Viel Holz und Leder im neuen Bitter CD
          Viel Holz und Leder im neuen Bitter CD : Bild: F.A.Z.-Frank Röth

          Bob Lutz, heute Vice President bei General Motors, war seinem Freund drei Jahrzehnte später wieder behilflich, diesmal mit der Monaro-Plattform. Bitter hat darauf eine schnörkellose Karosserie geschneidert. Am Bug ein wenig an einen Maserati erinnernd, könnte das Heck von einem Fiat Coupe stammen. Hauptsache, italienisches Design. Unter der Haube lauert ein 5,7-Liter-V8, der stattliche 404 PS erzeugt. Im Innenraum ist feinstes De-Sede-Leder verarbeitet. Wie zum Beweis holt Bitter ein Leder-Muster aus dem Eichenschrank: "So etwas würde Mercedes nicht einmal dem Maybach spendieren. Das wäre doch viel zu teuer", sagt Bitter und lacht. Bei ihm geht das alles.

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