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Automobilbranche : Gegenwinde zwingen BMW auf Sparkurs

  • Aktualisiert am

BMW-Chef Harald Krüger Bild: AFP

Bis Ende 2022 will BMW einen zweistelligen Milliardenbetrag einsparen. Der Druck zur Neuausrichtung des Konzerns steigt. Die Gewinne brachen zuletzt ein.

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          Der Automobilhersteller BMW verschärft wegen hoher Investitionen in die Elektromobilität und der schwächeren Konjunktur den Sparkurs. Das Konzernergebnis vor Steuern werde 2019 voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahreswert liegen, kündigte der Münchner Autobauer am Mittwoch an.

          Angesichts der Herausforderungen und Belastungen weite BMW seine Anstrengungen zur Verbesserung der Effizienz aus. Bis Ende 2022 sollen insgesamt mehr als zwölf Milliarden Euro eingespart werden.

          BMW rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Gewinnrückgang, will im Gegensatz zu anderen Automobilherstellern aber keine Stellen abbauen. Stattdessen werde BMW wenig gefragte Modell- und Motorvarianten konsequent aus dem Angebot streichen, die Fahrzeugentwicklung stärker digitalisieren, den Vertrieb straffen und so in den nächsten vier Jahren 12 Milliarden Euro einsparen, sagte Vorstandschef Harald Krüger in München.

          Mit der Bilanz des vergangenen Jahres zeigte sich Finanzvorstand Nicolas Peter unzufrieden. BMW verkaufte zwar mehr Autos, aber der Umsatz sank leicht auf 97,5 Milliarden Euro.

          Wegen der Rabattschlacht im Zusammenhang mit der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP, der chinesischen Strafzölle auf in den Vereinigten Staaten gebaute Fahrzeuge, Rückrufen und hoher Investitionen fiel das Ergebnis vor Steuern um 8 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

          Der Gewinn brach sogar um 17 Prozent ein – auf 7,2 Milliarden Euro. Die Dividende für die Aktionäre wird nun entsprechend gekürzt.

          Auch dieses Jahr gebe es kräftigen Gegenwind, sagte der Finanzchef. Allein schon steigende Rohstoffpreise und der starke Euro dürften BMW mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten.

          Zugleich müsse BMW weiter kräftig in neue Modelle, Elektromobilität und die Entwicklung autonom fahrender Autos investieren.

          Selbst wenn es keinen ungeregelten Brexit und keine Zollerhöhungen zwischen Amerika und China gebe, „wird das Konzernergebnis vor Steuern voraussichtlich ebenfalls deutlich unter dem des Vorjahres liegen“, sagte Peter.

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