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Automobil : Genfer Autosalon präsentiert sich eine Nummer kleiner

Offen auf dem Genfer Autosalon - der Streetka von Ford Bild: Ford

Es scheint, als würde sich der Genfer Automobilsalon der Stimmung in der europäischen Automobilindustrie anpassen. Dieses Jahr geht es eine Nummer kleiner zu als 2002.

          3 Min.

          Es scheint, als würde sich der Genfer Automobilsalon der allgemeinen Stimmung in der europäischen Automobilindustrie anpassen. Gab es vor einem Jahr noch eine Menge Glamour auf der traditionell ersten Automesse eines Jahres auf dem alten Kontinent, geht es dieses Jahr eine Nummer kleiner zu, was die großen Premieren betrifft.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Vor einem Jahr sorgten etwa der Maybach aus dem Hause Daimler-Chrysler für einen imageprägenden Auftritt auf der Messe am Lac Leman, obwohl er nur andeutungsweise als Silhouette zu erkennen war. Auch die Nobelkarosse Phaeton aus dem volksnahen VW-Konzern brachte Glanz in die Hallen. Doch das war 2002. Heute muß der Maybach mit Lieferverzögerungen kämpfen. Der Phaeton droht angesichts seiner kargen Verkäufe zum Flop zu werden.

          Da tut die Genfer Messe im noblen Ambiente gut daran, Bodenständigeres zu präsentieren. Der 73. Internationalen Automobil-Salon zeigt vom 6. bis zum 16. März mit seinen 70 Welt- und Europa-Premieren Modelle, die für ein breiteres Publikum zu erschwinglicheren Preisen als etwa ein Maybach für 360.000 Euro gekauft werden können. Viele Neuheiten sind Produkte, die nicht einer für die Masse weit entfernten Traumwelt entstammen. Für die insgesamt 900 Aussteller aus 30 Ländern (davon 265 aus dem Bereich Personenwagen) sind diese auch wirtschaftlich von größerer Bedeutung als ein Maybach, Phaeton oder Bugatti für die oberen Zehntausend.

          Der Ford GT
          Der Ford GT : Bild: Ford

          Boliden und Design-Neuschöpfungen

          Sicherlich: Die seit dem 1. Januar 2003 offiziell zu BMW gehörende Rolls-Royce brilliert mit ihrem neuen Phantom, der erstmals in Europa dem Publikum vorgestellt wird. Auch Nischen-Boliden wie der Porsche Carrera GT oder den Lamborghini Gallardo werden die Autobegeisterten entzücken. Aber schon hinter der Fülle der angekündigten Designstudien steckt mehr als nur faszinierende Illusion. Der GTC Gran Turismo Compact von Opel gibt mit einer neuen Designlinie bereits Hinweise auf das Aussehen des neuen Golf-Konkurrenten Astra, der seine Premiere erst auf der Frankfurter IAA im September feiern wird. Der 2004 eingeführte Astra soll neben dem Vectra maßgeblich dazu beitragen, daß die defizitäre Tochtergesellschaft von General Motors nachhaltig zur Ertragskraft zurückkehrt. Audi präsentiert sich erneut sportlich. Die im VW-Konzern für den dynamischen Markenauftritt zuständige Tochtergesellschaft aus Ingolstadt lüftet das Geheimnis um einen Wagen, der in den nächsten Jahren ein weiteres Segment abdecken soll.

          Seinen Auftritt wird der Nachfolger des Audi A3 haben. Peugeot stellt erstmals das viersitzige Hartdach-Cabriolet 307CC vor, die japanische Mazda den Kleinwagen Mazda 2. Genf bietet für die schwächeren Autounternehmen eine große Bühne. Die nutzt vor allem Fiat. Der italienische Autokonzern, der mit hohen Verlusten und Schulden notleidenste Hersteller in Europa, stellt seine Existenzberechtigung in der immer härter werdenden Automobilwelt gleich mit vier Weltpremieren unter Beweis: ein Kleinvan auf Basis des Punto, der neue Edel-Mini Ypsilon der Marke Lancia, der "New Small" als Nachfolger des Kleinwagens Seicento, ein neues GT Coupe von Alfa Romeo. Und schließlich feiert Renault die Vorstellung des Kompaktvan Scenic als ersten Ableger des im Herbst 2002 auf den Markt gekommenen Megane. VW zeigt dem Publikum seinen Kompaktvan Touran.

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