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Corona-Pandemie : Autohersteller halbieren in der Krise ihre Arbeitszeit

  • Aktualisiert am

Ein VW-Mitarbeiter an einer Fertigungsstraße im Werk in Wolfsburg Bild: Reuters

Im April ist die Zahl der Arbeitsstunden in der Industrie um fast 20 Prozent zurückgegangen – besonders stark traf es die Autobranche. Die Wirtschaft wird sich der Regierung zufolge nur langsam aus der Rezession befreien.

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          Dank der Kurzarbeit ist die Beschäftigung in der deutschen Industrie zuletzt nur leicht gesunken. Die Arbeitszeit brach allerdings ein, vor allem bei den Autoherstellern, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Den stärksten Rückgang bei den geleisteten Arbeitsstunden im April gab es aufgrund von Produktionsunterbrechungen in der Herstellung von Autos und Autoteilen mit 49 Prozent. In der gesamten Industrie sank die Zahl der Arbeitsstunden wegen der Corona-Krise binnen Jahresfrist um fast 17 Prozent. Ein Miniplus von 0,3 Prozent verzeichnete einzig die Chemiebranche.

          Dank Kurzarbeit konnten allerdings – wie in der Finanzkrise 2008/09 – viele Entlassungen verhindert werden. So sank die Zahl der Beschäftigten nur vergleichsweise gering: Ende April waren knapp 5,6 Millionen Personen in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten tätig. Dies ist ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 105.000 oder 1,8 Prozent. Schon im März hatte es ein Minus um 1,3 Prozent gegeben.

          Am stärksten sank die Beschäftigtenzahl in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren mit 4,2 Prozent, in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,6 Prozent), im Bau von elektrischen Ausrüstungen und von Metallerzeugnissen (je -3,0 Prozent) sowie im Maschinenbau (-2,8 Prozent). Nahezu unverändert blieb die Beschäftigtenzahl bei Produzenten von Nahrungs- und Futtermitteln (-0,1 Prozent) sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+0,1 Prozent).

          Keine außenwirtschaftlichen Impulse

          Spürbar gestiegen ist die Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat hingegen in der Herstellung von chemischen Erzeugnissen mit 1,5 Prozent. Ende April lag die Zahl der Kurzarbeiter auf dem Rekordhoch von rund sechs Millionen.

          Auch das Bundeswirtschaftsministerium hebt in seinem am Montag veröffentlichten Monatsbericht die Kurzarbeit hervor. Durch sie seien viele Entlassungen vermieden worden. Dennoch träfen der Konjunktureinbruch und die pandemiebedingten Einschränkungen den Arbeitsmarkt massiv. „Die Erwerbstätigkeit nimmt stark ab“, heißt es aus dem Ministerium. 

          Die deutsche Wirtschaft wird sich demnach nur langsam aus der Corona-Rezession befreien. „Ab Mai setzt mit der schrittweisen Lockerung der Corona-bedingten Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung ein“, betonte das Ministerium. „Der weitere Erholungsprozess im zweiten Halbjahr und auch danach wird schleppend erfolgen und sich länger hinziehen.“ Die außenwirtschaftlichen Impulse für die exportabhängige Industrie dürften angesichts der schweren Rezession bei vielen Handelspartnern „noch über längere Zeit niedrig bleiben“.

          Das Bruttoinlandsprodukt werde im zu Ende gehenden zweiten Quartal „noch einmal sehr viel stärker zurückgehen“ als im ersten Vierteljahr, als es mit minus 2,2 Prozent den zweitgrößten Rückgang seit der Wiedervereinigung gab. Die Erholung werde im Mai und Juni angesichts der tiefen Einschnitte und des teilweisen Produktionsstillstands im April „zunächst sogar relativ deutlich ausfallen“.

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