https://www.faz.net/-gqe-9frfz

Angst vor schlechter Luft : Zwei Drittel der Deutschen sind unzufrieden mit Merkels Dieselkurs

  • Aktualisiert am

Angst vor schlechter Luft haben nicht nur diese Greenpeace-Demonstranten, sondern auch 48 Prozent der Deutschen. Bild: dpa

Merkel tritt nicht entschieden genug für die Interessen der Dieselfahrer ein, finden die Deutschen. Die größte Sorge der Menschen sind aber nicht Wertverlust und Fahrverbote. Die Leute haben Angst vor schlechter Luft.

          Die große Mehrheit der Bundesbürger ist laut einer Umfrage unzufrieden mit dem Dieselkurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Für fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten tritt Merkel nicht entschieden genug für die Interessen der Dieselfahrer ein.

          Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich gaben fast drei Viertel (72 Prozent) an, sie hätten kein Vertrauen, dass sich Regierung und Autobranche auf einen Kompromiss einigen, der Fahrverbote weitestgehend verhindern könnte.

          Die Luft macht Sorgen

          Gleichzeitig ist die größte Sorge der Deutschen in der Dieseldebatte die schlechte Luft in den Städten. 48 Prozent der Bundesbürger zählen die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) zu den größten Problemen, die durch den teilweise überhöhten Schadstoffausstoß von Dieselautos entstehen.

          Drohende Fahrverbote ist dagegen nur für 37 Prozent auf der Liste der schwersten Problemen, der Wertverlust älterer Diesel für 32 Prozent der Menschen. Den Verlust von Arbeitsplätzen in der Autobranche sehen sogar nur 17 Prozent als besonders großes Problem. Die Befragten konnten zwei Antworten auswählen. Sechs Prozent gaben an, in diesem Zusammenhang keine Probleme zu sehen.

          Drohende Fahrverbote

          Die Bundesregierung hatte Anfang Oktober ein neues Maßnahmen-Paket beschlossen, das solche Verbote vermeiden soll. Es sieht höhere Preisnachlässe der Hersteller vor, wenn Kunden alte Diesel in Zahlung geben und sauberere Autos kaufen. Daneben sind Hardware-Nachrüstungen geplant. Dafür sind aber zentrale Fragen etwa zur Finanzierung offen.

          In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte für die Luft nicht eingehalten, wofür Dieselabgase als ein Hauptverursacher gelten. Gerichte haben etwa für Stuttgart, Frankfurt und Berlin Fahrverbote für ältere Diesel angeordnet. Für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz steht an diesem Mittwoch eine Verhandlung an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Made in Space : Eine Fabrik im Weltraum

          Die Vereinigten Staaten wollen zurück zum Mond. Dabei sollen private Unternehmen helfen. Ein Partner der Raumfahrtbehörde Nasa ist auf 3D-Druck im All spezialisiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.