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Verkaufszahlen : Wirkt sich der VW-Skandal auf den Absatz aus?

Autostadt Wolfsburg: Bislang ist von dem Abgasskandal beim Verkauf noch nicht viel zu spüren. Bild: dpa

Die Abgasaffäre des Wolfsburger Konzerns hat Zweifel an der Dieseltechnologie geschürt. Erste Zahlen geben einen Eindruck, was die Folgen für die Auto-Verkäufe sein könnten.

          Der Volkswagen-Konzern hat seine Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten im September trotz der Affäre um Manipulationen von Abgastests stabil gehalten, aber viel schlechter abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Das Unternehmen meldete für seine Stammmarke ein leichtes Absatzplus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele andere Hersteller schafften im vergangenen Monat zweistellige Absatzzuwächse. General Motors zum Beispiel hat 12 Prozent mehr Autos verkauft, Ford lag sogar 23 Prozent über dem Vorjahr. Die ebenfalls von der Abgasaffäre betroffene VW-Tochtergesellschaft Audi erreichte ein Wachstum von 16 Prozent.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Der Skandal um manipulierte Tests bei Dieselfahrzeugen begann am 18. September, somit konnte er also nur in weniger als einem halben Verkaufsmonat Spuren hinterlassen. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat VW den Verkauf der betroffenen Diesel-Modelle vorerst eingestellt. VW hat aber in der Zwischenzeit seinen Händlern Verkaufsanreize gegeben, um sein Geschäft mit dem Rest der Produktpalette zu stabilisieren. So versprach das Unternehmen seinen Händlern einen Bonus von 300 Dollar für jedes Auto, das sie noch im September verkaufen. Für den Passat, dessen Absätze sich zuletzt besonders schlecht entwickelt hatten, wurden sogar 600 Dollar in Aussicht gestellt. Beim Passat kam VW im September mit einem minimalen Absatzminus davon, nachdem es in vorangegangenen Monaten noch zweistellige Rückgänge gegeben hatte.

          VW hatte schon vor der Abgasaffäre in Amerika mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und liegt für die gesamten ersten neun Monate des Jahres trotz des stabilen Septembers noch mehr als 2 Prozent im Minus. Schon im Jahr 2014 sind die Absätze von VW um 10 Prozent auf 367.000 Fahrzeuge geschrumpft. Der Konzern hat sich damit weit von seinem Ziel entfernt, bis 2018 in dem Markt 800.000 Autos zu verkaufen.

          In Frankreich ist der Autoabsatz im September um 9 Prozent gewachsen. Der VW-Skandal hat dabei noch keinen Effekt hinterlassen, da zwischen Bestellung und Verkauf in der Regel mindestens drei Wochen vergehen. VW hat im September mit einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat sogar besonders kräftig zugelegt. Bei Renault war es nur ein Plus von 4,9 Prozent, bei PSA Peugeot Citroën 4 Prozent. Volkswagen kam in den ersten neun Monaten dieses Jahres in Frankreich auf den ansehnlichen Marktanteil von fast 13 Prozent.

          Frankreich ist Diesel-Land, doch der Anteil von Diesel-Fahrzeugen schrumpft. Im September fiel er auf 56 Prozent, den niedrigsten Stand seit mindestens fünf Jahren. Vor zwei Jahren lag er noch bei 66 Prozent und 2012 bei 73 Prozent. Das wachsende Bewusstsein für die Feinstaub-Belastung, Zweifel an den Partikelfiltern sowie höhere Anschaffungskosten gelten hier als wichtige Gründe.

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