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Autonomes Fahren : Waymo lässt Robo-Taxis in San Francisco fahren

Ein selbstfahrendes Auto von Waymo in Arizona Bild: Reuters

Nach Phoenix bringt die Schwestergesellschaft von Google ihre Robotertaxis in eine zweite Stadt. Die Herausforderung ist hier deutlich größer. Vorerst soll zur Sicherheit aber ein Fahrer an Bord sein.

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          Die Vision von Städten mit Flotten von Roboterfahrzeugen nähert sich viel langsamer der Realität, als das viele Vertreter der Autoindus­trie zeitweise erhoffen ließen. Aber Waymo, die auf autonomes Fahren spezialisierte Schwestergesellschaft des Internetkonzerns Google in der Alphabet-Holding, hat nun einen weiteren Meilenstein erreicht. Das Unternehmen kündigte an, im Rahmen eines Testprogramms erstmals in San Francisco einen Taxidienst mit selbstfahrenden Autos anzubieten.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Dies ist für Waymo der zweite Markt nach der Stadt Phoenix im Bundesstaat Arizona, aber er stellt eine ungleich größere Herausforderung dar. Phoenix ist mit seinen großen Straßen und seinem trockenen und berechenbaren Wetter ein vergleichsweise leichtes Testrevier für autonomes Fahren, San Francisco ist ungleich komplexer. Waymo testet hier seine autonome Fahrtechnologie schon seit 2009, damals geschah das noch als Projekt unter dem Dach von Google.

          Fahrer noch an Bord

          In den Roboterautos in San Francisco soll anfangs noch immer ein Fahrer ein Bord sein, der notfalls eingreifen kann. So startete Waymo auch seinen Taxidienst in Phoenix. Im vergangenen Jahr ging das Unternehmen dort einen Schritt weiter, und es lässt seine Robotertaxis seither ganz autonom ohne Fahrer unterwegs sein. In San Francisco will Waymo selbstfahrende Varianten des Elektroautos I-PACE von Jaguar einsetzen. Das Angebot soll kostenlos sein und zunächst für eine begrenzte Zahl von Testpersonen verfügbar gemacht werden, die sich bereit erklären, hinterher Feedback zu geben.

          Autonomes Fahren gilt als zukunftsträchtiges Feld, allerdings hat sich nach anfänglicher Euphorie in der Branche etwas Nüchternheit breitgemacht, was den Einsatz auf breiter Front betrifft. Es gab Rückschläge, etwa einen tödlichen Unfall, in den ein vom Fahrdienst Uber betriebenes Roboterauto verwickelt war, und viele Projekte verzögerten sich. General Motors hatte sich zum Beispiel vorgenommen, mit seiner Tochtergesellschaft für autonomes Fahren schon 2019 eine Flotte von Robotertaxis in San Francisco zu betreiben, dazu kam es aber bis heute nicht. Uber und Lyft haben sich von ihren Sparten für autonomes Fahren getrennt.

          Waymo wurde lange von Google und dann Alphabet finanziert, im vergangenen Jahr begann das Unternehmen aber auch, Geld von außenstehenden Investoren einzusammeln. Erst im Juni wurde eine weitere Finanzierungsrunde angekündigt, die Waymo 2,5 Milliarden Dollar brachte. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf frühere Manager schreibt, soll das die vorletzte Finanzierungsrunde vor einem Börsengang gewesen sein.

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