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Klagen gegen Autokonzerne : Warum im Dieselskandal nun die Kläger ins Zwielicht geraten

Auf ihr Wort kommt es in den Dieselklagen an: Die Richterinnen und Richter am 6. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. Bild: dpa

Wieder gibt es Tausende von Klagen gegen VW und Daimler. Doch ein klärendes Urteil des BGH will nicht zustande kommen. Für die Anwälte beider Seiten ist der Abgas-Skandal dagegen ein lukratives Geschäft.

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          Bislang war der Blick der Öffentlichkeit auf die Diesel-Klagen recht eindeutig. Die Bösen sitzen in den Autokonzernen. Nachdem die rechtlichen Fragen zum Skandal um die manipulierte Software bei Volkswagen-Dieselmotoren durch den Bundesgerichtshof (BGH) zugunsten der Kläger geklärt sind, liegen jetzt Tausende Fälle vor deutschen Gerichten, in denen es um die sogenannten Thermofenster geht. Damit wird das Abgasverhalten von Fahrzeugen im Betrieb in Abhängigkeit von der Außentemperatur beschrieben. Allein bei VW geht es nach Angaben eines Sprechers um mehr als 10.000 Fälle. Bei Daimler ist von einer niedrigen fünfstelligen Zahl an Klagen die Rede.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Dieses Mal aber geraten die Klägerkanzleien ins Zwielicht. Hiltrud Werner, im Konzernvorstand von VW zuständig für Recht und Integrität, sprach sogar davon, „dass sich in Deutschland eine Klageindustrie entwickelt hat, der es nicht mehr um die rechtliche Klärung für ihre Mandanten geht, sondern um die eigenen Gebühren“. Vor wenigen Tagen hatten die Klägeranwälte überraschend zwei Revisionen zurückgenommen.

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