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Makel der Ökoprämie : Die Tücken des Elektro-Booms

Manche sehen beim Elektroauto rot. Bild: Getty, Montage F.A.S.

SUV sind die heimlichen Profiteure der Ökoprämie. Von staatlich subventioniertem Klimabetrug reden die Grünen. So kann das nicht weitergehen, sagt sogar Minister Scheuer.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Elektroautos sind auf dem Vormarsch, jubelt es derzeit aus allen Ecken. Endlich!, so ist der Stoßseufzer all jener zu vernehmen, denen es nicht schnell genug gehen kann mit dem Abschied vom Verbrennungsmotor. Untermalt wird das Ganze mit steilen Kurven, die deren wachsende Beliebtheit anzeigen: Rekorde über Rekorde, der Anteil der Elektrifizierten an den Neuwagenkäufen klettert unaufhörlich. „Die Bereitschaft, aufs Elektroauto umzusteigen, ist viel höher als noch vor einem Jahr“, frohlockt Uwe Hochgeschurtz, Deutschland-Chef von Renault, der mit seinem Zoe die Hitliste der meistverkauften reinen Elektroautos anführt: „Wir sind die Nummer eins.“ Allein im September hat er 3600 Zoe verkauft, jetzt steht der kleine Franzose kurz davor, in der Gesamtstatistik der meistverkauften Privatautos unter die Top Ten zu springen: „Hätte das vor einem Jahr jemand prophezeit, hätte man ihn für verrückt erklärt.“

          Nun sind die meisten Manager gut darin, das eigene Produkt zu loben, der Renault-Chef ist aber auch ehrlich genug, anzuerkennen, dass der Auftrieb nicht nur auf das eigene Konto geht: „Die staatliche Prämie ist ein wichtiger Grund, aber nicht der einzige.“ Im Fall des Zoe gibt es 10.000 Euro Rabatt, damit wird der Kleinwagen um deutlich mehr als ein Drittel billiger. Zwei Drittel der Prämie zahlt der Staat, ein Drittel der Hersteller (im Fall von Renault gibt es 1000 Euro Extrabonus obendrauf). Das ist die Regel – und gleichzeitig ein Hinweis auf den Schönheitsfehler Nummer eins des schönen Booms: Die E-Mobilität wird massiv vom Steuerzahler angeschoben.

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