https://www.faz.net/-gqe-a3axh

Politik und Autobranche : Totalschaden

„Crushed Cayenne“ heißt die Installation aus Holz des Künstlerduos Folke Köbberling und Martin Kaltwasser, die 2014 im Kasseler Kunstverein gezeigt wurde. Bild: Picture-Alliance

Jahrzehntelang galt es als ausgemacht, dass die Politik den Wünschen der Autobranche im Zweifel folgen würde. Doch auf dem jüngsten Autogipfel ist die Branche schon wieder abgeblitzt. Woran liegt das?

          5 Min.

          Was hatte es nicht für hochgesteckte Erwartungen gegeben im Vorfeld des Autogipfels am Dienstag. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, immerhin ein möglicher Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union, hatte nach einer Kaufprämie für Autos gerufen, ebenso Stephan Weil, der Sozialdemokrat aus Niedersachsen, Anteilseigner beim Volkswagen-Konzern. Die IG Metall verlangte zumindest nach einem Staatsfonds für notleidende Zulieferbetriebe, dafür spendeten sogar die Grünen Applaus.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Kaum war der sehnlichst erwartete Termin mit der Kanzlerin am Dienstagabend zu Ende, war klar, was von all diesen hochgesteckten Erwartungen übrig geblieben war: nichts. Das Wort „Kaufprämie“ kam im Ergebnisprotokoll gar nicht vor. Und was den Hilfsfonds für die darbende Branche betrifft, wollen die Beteiligten den Vorschlag „prüfen“, mit anderen Worten: vielleicht, irgendwann, jedenfalls ohne direkte Finanzspritze vom Staat. Und das war schon die zweite Abfuhr, die sich die Branche abholte: Schon bei der Entscheidung über das Konjunkturpaket Anfang Juni war sie mit ihren Wünschen weitgehend abgeblitzt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Post-Ost-Generation : Baby, für dich bin ich Russland!

          Unter jungen Russlanddeutschen brodelt es. Ihre Eltern und Großeltern wollten meistens schweigen. Die Kinder aber machen ihre Geschichte sichtbar – auch, wenn das Wunden aufreißt.
          Liebling, tank schon mal den Wagen: So klischeehaft wie auf dem Bild muss es nicht sein, Stromtanken geht auch mit Stöckelschuhen.

          Die richtige Ladestation : Das E-Auto bequem vor der Haustür laden

          Ein Auto, das mit Strom fährt, ist vor allem dann attraktiv, wenn man es auf dem eigenen Grundstück auftanken kann. Seitdem der Staat die Ladestationen dafür fördert, kommen Energieversorger und Hersteller kaum hinterher.