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Politik und Autobranche : Totalschaden

„Crushed Cayenne“ heißt die Installation aus Holz des Künstlerduos Folke Köbberling und Martin Kaltwasser, die 2014 im Kasseler Kunstverein gezeigt wurde. Bild: Picture-Alliance

Jahrzehntelang galt es als ausgemacht, dass die Politik den Wünschen der Autobranche im Zweifel folgen würde. Doch auf dem jüngsten Autogipfel ist die Branche schon wieder abgeblitzt. Woran liegt das?

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          Was hatte es nicht für hochgesteckte Erwartungen gegeben im Vorfeld des Autogipfels am Dienstag. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, immerhin ein möglicher Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Union, hatte nach einer Kaufprämie für Autos gerufen, ebenso Stephan Weil, der Sozialdemokrat aus Niedersachsen, Anteilseigner beim Volkswagen-Konzern. Die IG Metall verlangte zumindest nach einem Staatsfonds für notleidende Zulieferbetriebe, dafür spendeten sogar die Grünen Applaus.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Kaum war der sehnlichst erwartete Termin mit der Kanzlerin am Dienstagabend zu Ende, war klar, was von all diesen hochgesteckten Erwartungen übrig geblieben war: nichts. Das Wort „Kaufprämie“ kam im Ergebnisprotokoll gar nicht vor. Und was den Hilfsfonds für die darbende Branche betrifft, wollen die Beteiligten den Vorschlag „prüfen“, mit anderen Worten: vielleicht, irgendwann, jedenfalls ohne direkte Finanzspritze vom Staat. Und das war schon die zweite Abfuhr, die sich die Branche abholte: Schon bei der Entscheidung über das Konjunkturpaket Anfang Juni war sie mit ihren Wünschen weitgehend abgeblitzt.

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