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Für Autozulieferer : VW ruft nach Staatshilfe

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch Bild: dpa

Der VW-Aufsichtsratschef warnt vor Unternehmenspleiten in der Zuliefererindustrie – und drängt auf mehr Staatshilfe, etwa für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

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          Vor dem Hintergrund europaweit steigender Corona-Infektionen verlangt Volkswagen mehr Staatshilfe für die Autobranche. Der Aufsichtsratsvorsitzende des weltweit größten Autoherstellers, Hans Dieter Pötsch, nannte das aktuelle Umfeld am Dienstag „mehr als besorgniserregend“. Eine zweite großflächige Schließung (Lockdown) müsse dringend verhindert werden. Er erwarte von der Politik, „sich auf eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einzustellen“. Er hoffe, dass sie sich „frühzeitig auf den bevorstehenden Herbst und Winter vorbereitet“.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Gerade unter den Zulieferern werde es für einige kleine und mittlere Anbieter kritisch. „Der Handlungsdruck steigt, um Firmenpleiten zu verhindern“, sagte Pötsch. Der einfachste Weg, dies zu tun, sei Produktion und Absatz der Autohersteller zu verbessern. Darum ging es auch auf einer Video-Konferenz mit Spitzenpolitikern aus Bund und Ländern mit der Automobilindustrie am Dienstag.

          Mit Blick darauf machte er konkrete Vorschläge wie den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder die Absatzförderung für moderne, umweltschonende Lastkraftwagen und Busse. Ins Spiel brachte er verbesserte Abschreibungen von Maschinen oder Nutzfahrzeugen auf Seiten der Käufer.

          Falls das Kundenvertrauen wieder zurückkommt

          Pötsch sagte, die Politik müsse laufende Programme auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen und nachsteuern. Fonds, deren Gelder nicht abgerufen würden, sollten umgewidmet und jenen mit hoher Nachfrage zur Verfügung gestellt werden, was etwa auf die Förderung von Elektrofahrzeugen zutreffe. „Bei Bedarf müssen neue Maßnahmen beschlossen werden, um dieser Ausnahmesituation gerecht zu werden“, sagte Pötsch. Hoffnungen setzt er nicht zuletzt auf den EU-Corona-Fonds, der Geld für Innovationen enthält.

          Es komme darauf an, die Wirtschaft und die sie tragende Automobilindustrie „robust aufzustellen“, sagte der Österreicher, der auch Präsident der deutsch-österreichischen Wirtschaftskammer ist. Beispielhaft lobte Pötsch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Das trage sehr viel dazu bei, die Sorgen der Menschen vor wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu dämpfen.

          Diese Sorgen macht er als Grund für die latente Kaufzurückhaltung aus, unter der Unternehmen wie VW derzeit im Massensegment litten. Während sich das Geschäft mit Flottenbetreibern und auch im oberen Privatkundensegment stabilisiert habe und beinahe auf Vor-Corona-Niveau liege, bleibe in anderen Bereichen die Nachfrage verhalten. Die Auslastung liege zwar „jenseits von 80 Prozent“, was aber angesichts der hohen Kapitalintensität des Geschäfts nicht ausreichend sei. Deshalb benötige man eine „sehr gute Auslastung, um wieder zu einer vernünftigen Ertragssituation zu kommen“.

          Andererseits seien die Lager teils so leer, dass VW „im Restteil des Jahres eine ganze Reihe von Sonderschichten fahren“ werde. Auch gehe er davon aus, dass der Anteil der Kurzarbeit weiter zurückgefahren werden könne. Allerdings werde man das Ergebnis aus der Zeit vor Corona frühestens 2022, womöglich erst 2023 erreichen – falls das Kundenvertrauen wieder zurückkomme.

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